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Humboldt-Universität zu Berlin - Europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts

Sebastian Seibert

Name
Sebastian Seibert
E-Mail
seiberse (at) geschichte.hu-berlin.de

 

 

Vita    |    Publikationen    |    Forschung

 

 

 

Vita 


 
2017
Dissertationsschrift am Institut für Geschichtswissenschaften eingereicht.
 
2011 - 2014
Elsa-Neumann-Stipendiat
 
WS 2009/10 - SS 2011
Wissenschaftliche Mitarbeiter im Sonderforschungsbereich 640 „Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel“, Teilprojekt A8 „Internationale Organisationen“.
 
2004 – 2009
Studentischer Mitarbeiter im Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF), Projektbereich IV „Die Kultur des Politischen – Herrschaft und Legitimation in der Systemkonkurrenz“ sowie bei H-Soz-u-Kult (Humanities Sozial- und Kulturgeschichte) (2008). 2009 in der Bibliothek des ZZF. 
 
2000 – 2007
Studium der Politikwissenschaft und der Geschichte an der Universität Potsdam.

Magisterarbeit zum Thema: „’God save Ulster!’ Eine nationalismustheoretische Untersuchung des Selbstverständnisses der Protestant community in Nordirland“. 

 
2006
Besuch von Projekten des Zivilen Friedensdienstes in Israel und der Westbank.  
 
2001
Auslandsaufenthalt in Donostia-San Sebastián (Spanien, CAV).
 
1999 – 2000
Sozialer Friedensdienst bei The Merchant’s Quay Project. Drugs and HIV Service. Dublin and Tullow (Republik Irland).

 

1998 Abitur

geb. 1979 in Stuttgart-Bad Cannstatt

 

Interessensschwerpunkte:

  • Nation/Nationalismus/Nationale Identität
  • Ethno-politische Konflikte
  • Anarchismus
  • Unterdrückungs- und Verfolgungsapparat des NS
 
 

Publikationen 


 

Monographien:

  • Akratie (1973-1981). Register (Bibliothek der Freien. Findmittel und Bibliographien, Nr. 2), Berlin 2012. (zusammen mit Jochen Knoblauch und einem Beitrag von Werner Portmann)
  • „God save Ulster!“ Selbstverständnis und nationale Identität der Protestant community Nordirlands (Region – Nation – Europa, Bd. 48), Münster 2007, 104 S. (rezensiert in H-Soz-u-Kult, 24.07.2008)


Aufsätze / Tagungsberichte:

  • „Die historische Nationalismusforschung im geteilten Europa 1945-1989: Politische Kontexte, institutionelle Bedingungen, intellektuelle Transfers. Tagung zu Ehren von Miroslav Hroch. 27.03.2008-28.03.2008, Prag“, in: H-Soz-u-Kult, 19.06.2008, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=2133>. 
  • Sowie in einer etwas kürzeren Variante in: Bohmenia 48 (2008) 1, S. 255-259.
  • Einstellungen gegenüber Minderheiten in der Europäischen Union, in: MenschenRechtsMagazin 1/2002, S. 17-24.
  • Zwischen Pop und Propaganda. Radio in der DDR. Konferenz der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und des ZZF, Berlin, 26./27. März 2004, in: Potsdamer Bulletin für Zeithistorische Studien 32/33 2004, S. 56-60. (zusammen mit Detlef Kannapin)
  • Mitgliedstaaten des Europarates: Bulgarien, in: MenschenRechtsMagazin 3/2001, S. 143-148. (zusammen mit Norman Weiß)


Übersetzungen:

  • Lebovic, Nitzan: „Eine Absenz, die Spuren hinterließ. Die Rezeption von Nuit et Brouillard in Israel“, in: Ewout van der Knaap: „Nacht und Nebel“. Gedächtnis des Holocaust und internationale Wirkungsgeschichte. Mit einem Beitrag von Nitzan Lebovic, Hamburg 2008, S. 141-161. [Aus dem Amerikanischen]

  • Lebovic, Nitzan: „Dionysische Politik und politisierter Dionysos. Der Rausch-Diskurs zwischen Romantik und Lebensphilosophie“, in: Árpád von Klimó / Malte Rolf (Hg.): Rausch und Diktatur, Frankfurt am Main/New York 2006, S. 79-92. [Aus dem Amerikanischen]

  • Main, Izabella: „Kirche, Zivilgesellschaft und ‚Nationalkatholizismus’ im kommunistischen Polen“, in: Friedrich Wilhelm Graf / Klaus Große Kracht (Hg.): Religion und Gesellschaft. Europa im 20. Jahrhundert, Köln/Weimar 2007, S. 269-285. [Aus dem Englischen] (zusammen mit Agnes Kuciel)

 

 

Forschungsprojekt


Freiheitskämpfer, Terroristen, Demokraten und Faschisten. Politische Gewalt aus der Perspektive irischer und baskischer Nationalisten

 

Gewalt als politische Strategie kommt nicht ohne Legitimation aus.

Gerade in demokratisch verfassten Gesellschaften erscheint die Anwendung von Gewalt dabei besonders begründungspflichtig. Eine Analyse der Gewaltdiskurse der irischen und baskischen Nationalisten – von den 1970er Jahren bis zu den Gewaltverzichtserklärungen der Provisional IRA

2005 und von ETA 2011 – zeigt, dass gemäß diesen politische Gewalt keinesfalls nur von einer Seite ausgeübt wurde. Der Gewalt der bewaffneten Gruppen aus dem eigenen Lager stand demnach eine illegitime staatliche Gewalt gegenüber, welche jener vorausgegangen sei und auch mit den politischen Reformen in den 1970er Jahren kein Ende gefunden habe. Das nach diesen Diskursen bestehende Legitimitätsdefizit der politischen Ordnung und das damit verbundene Selbstverständnis als Opfer bildete die Grundlage für die Fortexistenz der bewaffneten Gruppen trotz einer mehrheitlichen Ablehnung von Gewaltanwendung. Dass die PIRA und ETA mehr als drei Jahrzehnte später ihre Aktivität schließlich dennoch einstellten, ohne ihre Kernziele erreicht zu haben, hatte allerdings nur bedingt mit einer veränderten Wahrnehmung dieser Ordnung zu tun. Das Schwinden der Bereitschaft, eine Fortsetzung der Gewaltkampagne zu tolerieren oder gar zu unterstützen, hatte seine Ursache vielmehr in erster Linie darin, dass sich diese Gruppen selbst aus der Perspektive ihres engeren Umfelds durch Grenzüberschreitungen weitgehend selbstdelegitimiert hatten und andere Handlungsstrategien mittlerweile für erfolgsversprechender gehalten wurden.