Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Westeuropas und transatl. Beziehungen

M.A. Carsten Richter

Name
M.A. Carsten Richter
Status
Doktorand
E-Mail
Carsten.Richter101 (at) gmail.com

Einrichtung (OKZ)
Philosophische Fakultät → Institut für Geschichtswissenschaften → Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen

Projektbeschreibung

„Wehrwille“ und „Wahrhaftigkeit“? Die Psychologische Verteidigung der Bundeswehr im deutsch-deutschen Gegensatz, 1958-1990 (Arbeitstitel)

Als gerade erst gegründete, aus einer desaströsen militärischen Niederlage hervorgegangene Staatswesen und Exponenten ihrer jeweiligen Systeme waren die Bundesrepublik und die DDR Frontstaaten des Kalten Krieges. Dieser Kontext prägte die militärische Dimension des deutsch-deutschen Gegensatzes: Den Aufbau und Betrieb der Streitkräfte begleiteten propagandistische Maßnahmen zur Stärkung der eigenen und Schwächung der gegnerischen Verteidigungsfähigkeit, um im Falle eines Krieges über einen militärischen Vorteil zu verfügen. Die Maßnahmen richteten sich sowohl auf die Zivilbevölkerungen als auch die Militärs der beiden deutschen Staaten und spiegelten den Charakter der antagonistischen politischen Weltanschauungen in aller Schärfe wider.

Meine Dissertation untersucht die Entwicklung der militärischen Dimension dieses Propagandakriegs anhand der Psychologischen Verteidigung (PSV) der Bundeswehr. Sie verspricht neue Erkenntnisse über die Charakteristika und die Bedingungen des historischen Wandels des Selbstverständnisses der Bundeswehr, ihrer Stellung in Staat und Gesellschaft und der deutsch-deutschen Beziehungen als miteinander verbundene Aspekte der deutschen Nachkriegsgeschichte. Besonderes Augenmerk gilt der verdeckten Beeinflussung der bundesdeutschen Bevölkerung durch die PSV, ihren Akteuren, Themen, Methoden und Netzwerken, sowie den Verflechtungen, welche die militärisch begründeten Abgrenzungsversuche der Bundesrepublik und der DDR mit sich brachten.

 

Akademische Kurzvita

 

Seit 12/2017  

Doktorand bei Frau Prof. Dr. Gabriele Metzler am Lehrstuhl für die Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen der Humboldt Universität Berlin.
Arbeitstitel der Dissertation: „Die ‚Psychologische Verteidigung‘ der Bonner Republik, 1958-1990“.
Gefördert durch die Konrad-Adenauer-Stiftung.

 

4/2009 – 7/2016        

Magisterstudium der Geschichtswissenschaft, Politikwissenschaft und Rechtswissenschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.
Thema der Magisterarbeit: „Zwischen Schutz- und Zielobjekt. Die Zivilbevölkerung in den militärischen Debatten Deutschlands, Großbritanniens und der USA zwischen 1871 und 1914 im Spiegel ihrer Militärzeitschriften“.

Gefördert durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes.

 

9/2014 – 8/2015        

Masterstudium „International Security Studies“ an der University of St Andrews, Vereinigtes Königreich.
Thema der Masterarbeit: “Strategy-Making Under Cultural Constraints: Political Mobilization Techniques and Their Effects on Strategy-Making in Germany After Unification”.
Gefördert durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes.

 

7/2011 – 02/2013      

Mitglied im IV. Geisteswissenschaftlichen Kolleg der Studienstiftung des Deutschen Volkes, Arbeitsgemeinschaft „Historische Gewaltforschung“.

 

Veröffentlichungen

 

To Inform and to Deceive. Sensory Approaches in Military Propaganda in Cold War Germany, 1960 to 1972 (in Vorbereitung).

Der Gewaltraum Lüttich 1914. Neue Perspektiven auf Ursachen, Formen und Fortwirken exzessiver Gewalt deutscher Truppen zu Beginn des Ersten Weltkriegs (in Vorbereitung).

Verregelung oder Flexibilität? Rivalisierende Führungsverständnisse und Entscheidungsräume der Karriereförderung in der Psychologischen Kampfführung der Bundeswehr, 1958–1970. Themenschwerpunkt Armee und Bürokratie. Organisationsgeschichtliche Perspektiven auf das Militärische im 20. Jahrhundert, hrsg. von Christoph Nübel, in: Portal Militärgeschichte, 31. August 2020, URL: http://portal-militaergeschichte.de/richter_verregelung,DOI:10.15500/akm.31.08.2020

Rezension zu: Nübel, Christoph (Hrsg.): Dokumente zur deutschen Militärgeschichte 1945–1990. Bundesrepublik und DDR im Ost-West-Konflikt. Berlin  2019. ISBN 978-3-96289-070-4, In: H-Soz-Kult, 26.06.2020, <www.hsozkult.de/publicationreview/id/reb-29129>.

Rezension zu: Stig Förster (Hg.), Vor dem Sprung ins Dunkle. Die militärische Debatte über den Krieg der Zukunft 1880-1914, München 2016, in: Historische Zeitschrift 304 (2017), 2, ISSN (Online) 2196-680X, ISSN (Print) 0018-2613, DOI: https://doi.org/10.1515/hzhz-2017-1138.

Die Rotkreuz-Studentengruppe 1947-1949: Eine studentische Gemeinschaft in der Nachkriegszeit. Online abrufbar unter http://use.uni-frankfurt.de/studieren-nachkriegszeit/richter/ (zuletzt abgerufen am 06.03.2021).

 

Vorträge

 

11.03.2021                      „Fahnenflucht in der deutsch-deutschen Systemkonkurrenz“. Vortrag bei der Point Alpha Stiftung.

14.10.2020                      “To Inform and To Deceive. Sensory Approaches to Military Propaganda in Cold War Germany, 1960-1972”. Vortrag im Rahmen des internationalen Workshops “Conflict and the Senses in the Global Cold War. From Propaganda to Sensory Warfare” des Berliner Kollegs Kalter Krieg am Institut für Zeitgeschichte.

01.09.2020                      „Fahnenflucht und Propagandakrieg. Militärische Flüchtlinge aus der Bundesrepublik und der DDR im staatlichen Konkurrenzkampf um das bessere Image“. Vortrag im Rahmen der Vortragsreihe des Instituts für Zeitgeschichte im Willy-Brandt-Forum Berlin.

26.03.2019                      „Dienst am politischen Zweck und Mut zum verantwortlichen Ungehorsam. Karl-Christian Trentzsch als Gründer der Psychologischen Kampfführung der Bundeswehr“. Vortrag im Rahmen des Workshops „Armee und Bürokratie. Organisationsgeschichtliche Perspektiven auf das Militärische im 20. Jahrhundert“ am Zentrum Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Potsdam.