Humboldt-Universität zu Berlin - Institut für Geschichtswissenschaften

Pressemitteilung

Massive Kürzungen der Berliner Hochschulmittel betreffen das Institut für Geschichtswissenschaften

Berlin, 7. Januar 2026

Die geplanten Kürzungen des Landes Berlin im Hochschulbereich stellen einen gravierenden Einschnitt für die Universitäten der Hauptstadt dar. Damit entzieht der Senat von Berlin den Hochschulen dringend benötigte Mittel für die Wissenschaft.

Das Institut für Geschichtswissenschaften wird gezwungen sein, mindestens eine Professur sowie eine wissenschaftliche Mitarbeitendenstelle zu streichen. Dabei wurde dem Institut bereits im letzten Jahr die Professur „Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen“ gekürzt. Die Sparauflagen bedeuten eine zunehmende Überlastung des gesamten Betriebes - nicht zuletzt der Studiengänge - und eine nachhaltige Schwächung der Forschung. Sie treiben zudem den Anteil befristeter Drittmittel im Budget des Instituts weiter nach oben und verschärfen damit die ohnehin prekäre Lage junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, für die immer weniger unbefristete Stellen im Haushalt vorhanden sind. Das Institut wird zudem von den Plänen zu Kürzungen am Winckelmann-Institut für Klassische Archäologe betroffen. Die Studienfachkombination der Alten Geschichte mit der Archäologie ist die häufigste und beliebteste außerhalb des Lehramts. Unsere Studiengänge werden massiv an Attraktivität verlieren, wenn man an der HU nicht mehr Archäologie studieren könnte.

Historische Forschung und Lehre vermitteln zentrales Orientierungswissen und systematische Methoden zur Kritik und Bewertung von Informationen. Das ist eine Schlüsselqualifikation, die für die gesamte Gesellschaft unabdingbar ist. Die Geschichtswissenschaften leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur faktenbasierten Informationskultur, die in Zeiten von Desinformation, Verschwörungserzählungen und politischer Polarisierung offenkundig gestärkt werden muss.

Verantwortung des Senats

Es ist nicht nachvollziehbar, warum ausgerechnet in der Phase des digitalen Medienumbruchs an der Wissenschaft gespart wird. Heute ist die historische Orientierung sowie die Bewertung von Informationen nötiger als je ebenso wie die Vermittlung historisch-kritischer Methoden in Schulen und Öffentlichkeit.

Wer heute Professuren abbaut und Studienplätze streicht, spart an der Zukunft dieser Stadt. In voller Solidarität mit unseren Kolleginnen und Kollegen und den Studierenden des Friedrich-Meinecke-Instituts an der Freien Universität fordern wir die Berliner Landesregierung ein-dringlich auf, die Kürzungspläne zurückzunehmen. Wir bitten die Senatorinnen und Senatoren von Berlin, ihrer Verantwortung für die historische Orientierung in unserer Welt gerecht zu werden.


Kontakt:
Humboldt-Universität zu Berlin
Institut für Geschichtswissenschaften
Die Geschäftsführende Direktorin
Prof. Dr. Dorothea Weltecke
Unter den Linden 6
10099 Berlin

E-Mail: geschaeftsfuehrung.ifg@hu-berlin.de

Herzlich Willkommen am Institut für Geschichtswissenschaften

Das Institut für Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität ist ein traditionsreicher und lebendiger Ort historischer Forschung und Lehre. Seine Professorinnen und Professoren befassen sich mit den hellen und dunklen Seiten der europäischen Geschichte in den Zeiten der Antike, des Mittelalters und der Moderne, mit den globalen Verflechtungen von Nationalstaaten und Imperien, dem Alltag von Menschen im Wandel der Zeit. Lehre und Forschung leben von wissenschaftlicher Neugier und Offenheit. Diesem Grundsatz fühlt sich das Institut besonders verpflichtet.

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