Humboldt-Universität zu Berlin - Europäische Geschichte des 19. Jahrhunderts

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25.06.18 (Ringvorlesung) Angelika Schaser: Was kann ein geschlechtergeschichtlicher Ansatz zum Verständnis des 19. Jahrhunderts beitragen?

Vortrag im Rahmen der Ringvorlesung "Das 19. Jahrhundert – Durchbruch der Moderne?"
  • Wann 25.06.2018 von 16:15 bis 18:00 (Europe/Berlin / UTC200)
  • Wo UL 6, Hörsaal 3038/035 (Weierstraß)
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Im Rahmen der Ringvorlesung Das 19. Jahrhundert – Durchbruch der Moderne? steht am 25. Juni 2018 der nächste Vortrag an:

Angelika Schaser (Hamburg): Geschlecht strukturiert die Welt – Was kann ein geschlechtergeschichtlicher Ansatz zum Verständnis des 19. Jahrhunderts beitragen?

 

Geschlecht definierte und determinierte das Leben der Menschen im 19. Jahrhundert von der Wiege bis zur Bahre und über alle sozialen Grenzen hinweg. Die Polarisierung der Geschlechter war so durchgreifend etabliert und akzeptiert, dass männliche und weibliche Eigenschaften und Rollenzuschreibungen als „naturgegeben“ galten. Die Geschlechterordnung wies dabei eine klare Hierarchie auf, die im 19. Jahrhundert in weiten Kreisen akzeptiert war: Männer hatten mehr Rechte, mehr Handlungsspielräume und mehr wirtschaftliche Ressourcen als Frauen. Frauen konnten nicht über ihren Wohnort, ihre Lebensform, ihre Berufswahl und die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit selbständig entscheiden. Seit dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts setzte sich die Frauenbewegung konsequent für mehr Rechte, Bildungs- und Erwerbsmöglichkeiten ein, kämpfte für die „Gleichwertigkeit der Geschlechter“ oder forderte gar die Gleichberechtigung der Frauen. Mit dem Zugang der Frauen zu den politischen Parteien, zum Abitur und zum Universitätsstudium und mit dem Erhalt des Frauenwahlrechts zu Beginn des 20. Jahrhunderts erzielte die Frauenbewegung große Erfolge. Dennoch wirken die Geschlechterzuschreibungen des 19. Jahrhunderts bis heute fort. Geschlechtergerechtigkeit ist bis heute ein unerreichtes Ziel.

 

Angelika Schaser ist Professorin für Neuere Geschichte an der Universität Hamburg. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen u. a. die Frauen- und Geschlechtergeschichte, die Autobiographie- und Biographieforschung sowie die Historiographiegeschichte. 2010 erschien ihre Schrift Helene Lange und Gertrud Bäumer. Eine politische Lebensgemeinschaft in einer zweiten aktualisierten Auflage. 2015 publizierte sie mit Kirsten Rüther und Jacqueline van Gent Gender and Conversion Narratives in the Nineteenth Century: German Mission at Home and Abroad. Momentan arbeitet sie an einer Geschlechtergeschichte der Universität.


→ Zum vollständigen Programm der Ringvorlesung