Humboldt-Universität zu Berlin - Südosteuropäische Geschichte

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2026/27

Lehrveranstaltungen von Prof. Dr. Hannes Grandits

 

Masterseminar 51430 (2 SWS): The Age of Global Imperialism (1875- ca. 1900)

Do 10-12, DOR 24, Raum 1.405, Präsenz

In the few decades following the 1870s, Europe's conquest and organisation of the world entered a new phase. For a long time, historiographical analysis of this – retrospectively seen – almost incredible development focused mainly (or exclusively) on European agencies. Furthermore, 'systemic' approaches also dominated for a long time, particularly by referring to structural changes within global economies. In this seminar, we will, on the one hand, revisit some of these historiographies. On the other hand, we aim to examine more recent approaches that place European expansionism in a less centralised perspective and situate it within the context of social, political and economic dynamics in the countries and societies affected by the new era of global imperialism – using case studies from the 'Balkans', the 'Orient', Africa and Asia.

 

 

Übung 51455 (2 SWS): Circle U. Lecture series on Academic Freedom

Mo Tutorium und Di Vorlesung mit Diskussion, jeweils 16-18 Uhr, 19.10.-08.12.2026, Zoom

Registration is only possible until 15 September 2026!!!

https://www.circle-u.eu/open-campus/lecture-series-academic-freedom

In a global context characterized by increasing threats to individual freedoms and growing scepticism toward scientific expertise, European universities have a crucial responsibility as guardians of knowledge and promoters of critical inquiry. This lecture series explores the importance of protecting scientific research and academic freedom as essential pillars of democracy, public health, human rights, and sustainability.

Through the study of scholarly articles, participation in expert lectures, and structured collective discussions, students will engage with contemporary debates at the intersection of science and society. The program is designed to strengthen critical thinking skills, deepen understanding of the societal role of science, and foster the development of informed, responsible citizens equipped to address today’s global challenges.

Fully aligned with the priorities of the Circle U. alliance—an internationally oriented network committed to democracy and global health—this lecture series promotes interdisciplinarity as a catalyst for openness, dialogue, and rigorous critical reflection.

The series will run weekly from late October through mid-December 2026, featuring specialists from various disciplines including history, sociology, anthropology, political science, ethics, and public health. The topics we plan to address include: Why is academic freedom essential to democracy? How did this principle develop historically in Europe and beyond? Why is it under threat today? What are the consequences for citizens and civil society when academic freedom is violated? What safeguards exist to protect it, both at the European level and within individual countries?

Each session will consist of a 45-minute lecture followed by a 45-minute discussion with participating students (either in a hybrid format with both online and on-site attendance, or exclusively online—to be confirmed). Students will prepare for each lecture through assigned readings and develop questions with the support of a tutor.

  • Course organizers: Open Campus Academic Chairs Hannes Grandits, HU Berlin; Sophie Maisonneuve, UPCité; Anne-Lise Sibony, UC Louvain
  • Guest speakers

Larissa Bombardi Mies, Geographer, Friction Project – Agroecology LAB – ULB (Université Libre de Bruxelles): “Academic Freedom under Threat: Scientific Dissent, Chemical Colonialism and Corporate Power”.

Sophie Cœuré, Historian, U. Paris Cité: “Academic Freedom: Cold War Politics and Legacies”;

Nemanja Džuverović, Political Scientist, U. Belgrade: "Student Protests in Serbia: The Case of Academic Freedoms or Coloured Revolution";

Eric Fassin, Sociologist, U. Paris 8: “Against Bullshit: Academic Freedom and the Democratic Politics of Truth”; 

Claudia Matthes, Political Scientist, HU-Berlin: “Academic Freedom and Science Diplomacy. Collaboration among Universities in Times of Democratic Backsliding";

Stipe Odak, Ethician & Theologist, UCLouvain: “Inter-Prêt-à-Porter: Academic Freedom Between Declaration and Ideal”.

 

 

Forschungsseminar 51491 (2 SWS): Akteurorientierung und Theoriebezugnahme im Forschungsprozess

Do, 14-16 Uhr, DOR 24, Raum 1.405, Präsenz

In diesem Forschungsseminar werden von den Teilnehmern/innen eigene Themenstellungen quellenorientiert er- und bearbeitet. Es geht um die sehr konkrete Entwicklung einer Fragestellung sowie um Möglichkeiten der Formulierung/Darstellung/Kontextualisierung historischer Problemzusammenhänge. Diese Lehrveranstaltung dient somit sehr forschungsnah dem Vorbereitung einer bevorstehenden (bzw. der laufenden) selbständigen Master- bzw. Abschlussarbeit.

Ein besonderer Schwerpunkt wird auf akteursorientierten Herangehensweisen liegen. Es geht zudem um die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen theoretischen Konzepten und ihre „Passgenauigkeit" für das jeweilige Forschungsproblem.

 

 

Forschungskolloquium 51480 (2 SWS): Berliner Forschungskolloquium Südosteuropa / Themen, Theorien und Forschungsansätze in der Geschichte Südost-/Mitteleuropas

Mi 12-14, FRS 191, Raum 4031, Präsenz

In diesem Kolloquium werden aktuelle Forschungen und Publikationen zur Geschichte Südosteuropas von KollegInnen und NachwuchswissenschaftlerInnen in Vorträgen und Buchvorstellungen zur Diskussion gestellt. Auch werden neue Forschungsthemen und -fragen zur Geschichte und Historischen Anthropologie Südost- / Mitteleuropas vorgestellt sowie anhand von ausgewählter Literatur aktuelle theoretische und methodische Probleme des Fachs reflektiert. Das aktuelle Programm findet sich immer auf der Homepage des Lehrstuhls für Südosteuropäische Geschichte.

 

 

Lehrveranstaltungen von Dr. Ruža Fotiadis

 

Einführungskurs BA 51601 (2 SWS), Gruppe 1: Tiere und Moderne. Eine Einführung in die Neuere und Neueste Geschichte

Do 12-14, FRS 191, Raum 4031, Präsenz

Tiere spielen eine entscheidende Rolle in unserer Geschichte und Gegenwart. Sei es als Nutz-, Arbeits-, Haus-, Zoo- oder Labortier – ihr Beitrag für Wirtschaft, Handel, Industrie, Alltag und Gesundheit der Menschen ist bedeutend. Anhand der komplexen Beziehungen von Menschen und Tieren in der neueren und neuesten Geschichte führt die Lehrveranstaltung in die Grundlagen und Arbeitstechniken der Geschichtswissenschaften ein. Dabei werden methodische Fragen, Ansätze und Konzepte historischen Arbeitens am Beispiel eines sich dynamisch entwickelnden Forschungsfeldes vorgestellt und diskutiert.

 

Übung 51457 (2 SWS): Geschichte wissenschaftlich schreiben

Di 12-14, HV 5, Raum 0319, Präsenz

Wie fasse ich meine Gedanken präzise in Worte, was ist ein guter wissenschaftlicher Schreibstil, wie lässt sich Geschichte lesbar verfassen, und wie lässt sich all dies in der Praxis verbinden? Gutes wissenschaftliches Schreiben ist kein naturgegebenes Geschenk, sondern lässt sich lernen, üben und verbessern. Anregungen und Hilfestellung dazu wird diese Übung vermitteln. Studierende vom ersten bis zum letzten Semester sind zur Teilnahme eingeladen. Das regelmäßige Verfassen kleiner eigener Texte (etwa Response Paper, Essay, Rezension) wie auch deren Diskussion in Gruppen oder im Plenum ist Teil der Lehrveranstaltung. Diese Übung wird im Rahmen der Initiative „Seid-Ihr-die-Ersten?" unterrichtet.

Literatur:

  • Martha Boeglin: Wissenschaftlich arbeiten Schritt für Schritt. Gelassen und effektiv studieren (UTB Arbeitshilfen 2927). München 2007.
  • Markus Krajewski: Lesen Schreiben Denken. Zur wissenschaftlichen Abschlussarbeit in 7 Schritten (UTB 3858: Schlüsselkompetenzen). 2. durchgesehene Auflage. Köln 2013.

 

 

Lehrveranstaltungen von Dr. Kristóf Gosztonyi

 

Bachelorseminar 51420 (2 SWS), Gruppe 6: The Collapse of Yugoslavia and the Emergence of a new World Order

Mi 10-12, DOR 24, Raum 1.404, Präsenz, Sprache: Englisch

Trotz seiner aus westeuropäischer Perspektive peripheren Lage und oft geringen öffentlichen Wahrnehmung im kollektiven „Westen“ übte die Region des ehemaligen Jugoslawiens immer wieder großen Einfluss auf europäische und sogar weltpolitische Ereignisse aus. Zuletzt dienten die Konflikte beim Zerfall Jugoslawiens als Katalysator für die Entstehung einer neuen europäischen und internationalen Ordnung nach dem Ende des Kalten Krieges. Der Kurs verfolgt einen zweigleisigen Ansatz: Betrachtet werden einerseits Ereignisse in der Region selbst, andererseits ihre internationale Einbettung, ihre internationale Resonanz und die damit einhergehenden Interventionen.

Chronologisch wird ein weiter Bogen gespannt. Der Kurs setzt bei den Anfängen Jugoslawiens an: seiner Entstehung nach dem Ersten Weltkrieg, seiner Transformation in das sozialistische Jugoslawien unter Tito und der Post-Tito-Ära. Der Schwerpunkt der Betrachtung liegt auf dem Zerfall Jugoslawiens in den 1990er Jahren. Betrachtet werden die letzten Versuche, Jugoslawien zu retten, die Unabhängigkeit Sloweniens, Kroatiens und Mazedoniens 1991, der Krieg in Kroatien (1991–1995) und in Bosnien-Herzegowina (1992–1995), ebenso wie die Eskalation der Gewalt und die NATO-Intervention im Kosovo 1999 sowie schließlich die kriegerische Eskalation in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien 2001, die mit dem Rahmenabkommen von Ohrid noch rechtzeitig entschärft wurde. Der Kurs schließt mit der nicht-kriegerischen Unabhängigkeit Montenegros 2006 und endet mit einem Ausblick auf die nachfolgende Zeit, insbesondere die 2010er und 2020er Jahre.

Damit dient der jugoslawische Raum im Seminar zugleich als konkreter historischer Fall und als Seismograph — manchmal auch als Katalysator — größerer Verschiebungen der europäischen und internationalen Ordnung.