Humboldt-Universität zu Berlin - Sozial- und Wirtschaftsgeschichte

Neue Publikationen und Aktuelles

 
Fractured Skies: Civil Aviation and the Global South
Workshop: 28 and 29 June 2022

 

Airplanes and civil aviation have played a central role in the economics, politics, and cultures of the twentieth century. They have been crucial in both twentieth century nationalism and internationalism, and in the politics of independent nation-state building and the construction of colonial empires. Aeromobility and airmindedness have been essential for shaping a vivid, material imagination of a globally connected world, and the development of civil aviation has emerged as a key goal of states, rich and poor. 

Histories of civil aviation have traditionally focused on airline development or linear approaches to technical innovations and progress. In recent years however new historiographical and methodological approaches have opened up new vistas by bringing in broader geographical, cultural, political, economic, and social currents. 

This workshop seeks to bring together these new perspectives to explore aviation in relation to the Global South. It looks to bring these new historiographical and methodological currents in the history of aviation into conversation with developments in other fields of history and further afield in the social sciences and humanities. We invite historians, sociologists, anthropologists, political scientists, geographers, and scholars from other interested disciplines to reflect on all aspects of civil aviation, aerial mobility, and aerial infrastructure in the Global South. We invite scholars who can explore the intersections of civil aviation with military aviation and other aspects of state action and governance at regional, national, and international levels through micro and macro case-studies and other interventions. 

 

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Verwandtschaft und Globalisierung:
Beitrag von Martin und Lutz und David Warren Sabean zur Geschichte der Siemens AG vor dem Hintergrund ihrer Globalisierungsstrategien

In ihrem kürzlich erschienenen Artikel "Kinship, Conflict and Transnational Coordination: The Siemens Family’s Globalisation Strategies in the Nineteenth Century" gehen Martin Lutz und David W. Sabean den Dynamiken und Prozessen der transnationalen Expansion von Siemens in einem Zeitalter nach, das von Nationalismus und Imperialismus geprägt war. Dafür werfen sie einen Blick auf die Geschichte der drei Brüder Werner, William und Carl sowie deren Familien, die jeweils ind Berlin, London bzw. St. Petersburg lebten. Die Untersuchung der praktischen Aushandlung dessen, welche Form und Bedeutung die Verwandschaftsbeziehungen hatten, steht dabei im Zentrum der Analyse des Artikels. Die erfolgreiche Lösung familiärer Konflikte sei ausschlaggebend für die Globalisierung der Siemens AG gewesen, so die beiden Autoren.

 

Martin Lutz und Robert Kindler über 100 Jahre Rapallo

Anlässlich der Jährung des Rapallo-Vertrages zum einhundersten Mal befassen sich Martin Lutz und Robert Kindler in gleich zwei Veröffentlichungen mit dem Geist des Vertrages zwischen Deutschland und der Sowjetunion.

"'Rapallo' stand und steht für die Sorge vor einer zu engen Bindung Deutschlands an die Sowjetunion beziehungsweise Russland, die zu Lasten der anderen europäischen Staaten geht. Befürworter des Vertrags sahen in ihm hingegen ein Modell für die friedliche Koexistenz konkurrierender Gesellschaftssysteme."

Kindler, Robert und Martin Lutz. "Hundert Jahre Rapallo: Osteuropa zahlt die Zeche." FAZ, April 16, 2022.

Lutz, Martin und Robert Kindler "Der Vertrag von Rapallo 1922 – Ein deutsch-(sowjet)russisches Jahrhundert-Abkommen." www.dekoder.org, 2022.

 

Poverty, Inequality Statistics and Knowledge Politics Under Thatcher - Felix Römer

Die Bedeutung des Diskurses über soziale Ungleichheit zeigt das Beispiel Großbritanniens der 1980er, das unter Thatcher geprägt war von einem massiven Anstieg von Armut und ökonomischer Ungleichheit. Der jüngst in der English Historical Review erschienene Artikel untersucht auf Grundlage von kürzlich freigegebenen Dokumenten die Eingriffe der Regierung in offizielle Statistiken über soziale Ungleichheit und deren Einfluss auf den öffentlichen Diskurs.

Poverty, Inequality Statistics and Knowldge Politics Under Thatcher

 
Alltag in der Hölle. Deutsche Männer im Krieg

In der kürzlich erschienenen ZDF-Dokumentation widmet sich der Mentalität der Kriegsgeneration und deren Bewältigungsstrategien. Felix Römer war im Zuge dieser Produktion als Fachberater tätig und äußerte sich in Experteninterviews zur Skizzierung der Soldaten in der "Wehrmacht".

ZDF History-Alltag in der Hölle

 

Felix Römer zu Gast bei der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg

In der vierten Ausgabe der Veranstaltungsreihe "Wer wie was? Diversität als zeithistorische Perspektive" diskutiert Felix Römer mit Martina Steer über Erfahrungen in und mit der Pandemie. Die Art und Weise, wie wir über die Pandemie und besonders über die Verschärfung sozialer Ungleichheite (nicht) sprechen ließe sich besser verstehen, wenn sie auch aus einer historischen Perspektive beleuchtet würde. Daten und Statistiken über ökonomische Ungleichheiten lägen heute zwar vor, etwa bei den gesetzlichen Krankenverischerungen, würden aber häufig zurückgehalten. Historisch sei diese Unsichtbarmachung ökonomische und sozialer Ungleichheiten daran gekoppelt, dass politische Interventionen ausblieben.

Wer, wie, was? Corona spaltet. Über Erfahrungen in und mit der Pandemie

20.01.2022

 

Humboldt-Preis 2021 für Laetitia Lenel

Laetitia Lenel erhält für ihre Dissertation "The Hopeful Science. A Transatlantic History of Business Forecasting, 1920-1960" den Humboldt-Preis 2021.

 

Es herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass Wirtschaftswissenschaftler:innen Rezessionen in der Regel nicht vorhersagen können. Dennoch haben ihre Prognosen nicht an Attraktivität und Bedeutung eingebüßt. Dieser Widerspruch bildet den Ausgangspunkt der Arbeit The Hopeful Science. In fünf Kapiteln verfolgt die Dissertation die Entwicklung der Konjunkturprognostik von ihren Anfängen im frühen zwanzigsten Jahrhundert bis in die 1960er Jahre. Anhand der Geschichte fünf unterschiedlicher Prognoseinstrumente und -techniken, ihrer Entstehung sowie transnationalen und zum Teil globalen Verbreitung, kann die Arbeit zeigen, dass sich nicht nur die Techniken, sondern auch die gesellschaftlichen Funktionen der Konjunkturprognostik verändert haben. Was anfangs dazu gedacht war, wirtschaftlichen Entscheidungsträger:innen gesichertes Wissen über die wirtschaftliche Zukunft und die vermeintlich zeitlosen Gesetze des Konjunkturzyklus zu vermitteln, avancierte bald zu einer Technik, um Erwartungen auszutauschen und zu koordinieren. So veränderten die neuen Daten, welche die Konjunkturprognostik generierte – Daten darüber, wie Agent:innen Erwartungen bilden, aber auch kontinuierlich revidieren – die Vorstellungen von wirtschaftlichem Wandel. Dadurch setzte sich schließlich die Auffassung durch, dass der Konjunkturzyklus nicht zeitlosen Gesetzmäßigkeiten folge, sondern das Ergebnis unzähliger, historisch kontingenter Transaktionen ökonomischer Akteur:innen sei.

Ironischerweise, und das ist eine Antwort auf den anfangs erwähnten Widerspruch, verstärkte die Vorstellung einer grundsätzlichen Offenheit der wirtschaftlichen Zukunft die Bedeutung der Prognostik auf lange Sicht. Wenn die Zukunft das Ergebnis der täglichen Transaktionen von Wirtschaftsakteur:innen war, wurde es für wirtschaftliche und politische Entscheidungsträger:innen umso wichtiger, die Erwartungen anderer Akteur:innen zu kennen. Als Reaktion auf diese Erkenntnis, aber auch auf Abweichungen zwischen Prognosen und den tatsächlich realisierten Bedingungen, veränderte sich die Funktion der Prognostik auf signifikante Weise. Von einem Instrument der Repräsentation verwandelte sie sich in ein interaktives Koordinationsinstrument, das politischen und ökonomischen Entscheidungsträger:innen ermöglicht, ihre Erwartungen zu koordinieren und die Zukunft auf diese Weise zu gestalten. Die Geschichte der Konjunkturprognostik unterstreicht damit die interaktive, aber auch historisch kontingente Natur ökonomischer Erwartungsbildung und belegt zugleich, dass die ökonomische Wissensproduktion eine entscheidende Rolle in der Produktion “der Wirtschaft” spielt. 

 


 

Beiträge von Laetitia Lenel über die Entwicklung wirtschaftlicher Prognoseinstrumente

Die Nachvollziehung der Entwicklung wirtschaftlicher Prognoseinstrumente steht im Zetrum zweier neu erschienenen Artikel von Laetitia Lenel. In ihrem Artikel "Searching for a Tide Table for Business. Interwar Conceptions of Statistical Inference in Business Forevasting" untersucht sie einen Prozess tiefgreifender Veränderungen in den Methoden und Überzeugungen des Harvard Committee of Economic Research, Anfang der 1920er Jahre. 

In "The Formation of the NBER. Insights from the Rockefeller Archive Center" gibt Laetitia Lenel einen Überblick über ihr aktuelles Buchprojekt und gewährt anhand von Quellen des Rockefeller Archive Centers Einblick in die Geschichte des National Bureau of Economic Research. Dieses entwickelte in den 1930er Jahren eines der bekanntesten Prognoseinstrumenten, die Leading Indicators.


 

Untersuchung der Expansion deutscher Unternehmen in die Ukraine während des NS - Martin Lutz und Kim Christian Priemel

Die Untersuchung der Mittäterschaft deutscher Unternehmen während des NS zielte bisher meist auf die Verbrechen im Rahmen der "Arisierung" in Deutschland ab. Kaum beleuchtet wurde hingegen die Expansion von Unternehmen wie Siemens, AEG oder Philipp Holzmann in besetzte Gebiete, wie etwa die Ukraine. Das Wasserkraftwerk DniproGES (Dneprostoi) bietet den Ausgangspunkt für die Untersuchung von Martin Lutz und Kim Christian Priemel. Sie zeigen, dass private Unternehmen maßgeblich zur deutschen Invasion in die Ukraine, zu deren Besetzung und zum anhaltenden Krieg beitrugen. 

Der Artikel erschien im September 2021 im Journal of Modern History.

 

Call for applications:

Masterclass – The Role of Memory in Economics and History

 

Organizers: Stephanie Ettmeier (DIW Berlin and Freie Universität Berlin), Marie Huber (HU Berlin), DFG Priority Programme 1859 „Experience and Expectation“

 

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Topic

How are individual and collective memories of extreme economic moments produced in a community? How do these memories translate into the political economy and shape the realm of possibility of macroeconomic policies? Why is some statistical data and economic policy represented more factual than other in the historical narration of national economies? How do some economic indicators become more powerful symbolic frameworks than others and receive different degrees of affective intensity? How can methods and key concepts of memory studies inform and enrich the historical and economics analysis related to these questions? Taking our own research projects – dealing with the postcolonial economy of Francophone West Africa, and the recovery of the German economy from the Great Depression under the Nazis from 1933 onwards, respectively – as a starting point, we want to invite others working on economic experiences and expectations to discuss these questions with us. In a critical thinking and discussion focused workshop format we want to strengthen interdisciplinary conversation and provide methodological impulses for a broad range of research topics.

 

Call for applications


 

Felix Römer im Gespräch mit dem WDR über fehlende Daten über soziale Ungleichheiten in der Pandemie

"Das Thema ökonomische Ungleichheit, also Armut, Einkommens- und Vermögensverteilung wurde in der Bundesrepublik seit der Nachkriegszeit vernachlässigt." Das liege unter anderem daran, dass in der amtlichen Statistik kaum Daten über soziale und ökonomische Ungleichheit produziert wurden. 

-Felix Römer im WDR 5 Politikum am 22.03.2021

 

 

 

Die gravierenden Lücken in der Datenerfassung zeige sich vor allem im Vergleich mit anderen Ländern, was Felix Römer auch in einem Artikel für den Freitag am 18.03.2021 betont:

"Das Armutszeugnis der Covid-Krise. Die Briten wissen, dass Geringsverdiener ein erhöhtes Infektionsrisiko haben. In Deutschland ahnt man das meist nur."

 


Beitrag von Martin Lutz zum Verhältnis von Familienbeziehungen und ökonomischen Praktiken

Die anhaltende Relevanz von Familienbeziehungen stehen in keinem Gegensatz zur Moderne, argumentiert Martin Lutz in seinem Beitrag für den Blog Anabaptist Historians. Ausgehend von der Geschichte des eigenen Familiennamens beschäftigt Martin Lutz sich mit der Bedeutung von Verwandtschaft für die Sozialstruktur in wiedertäuferischen Gemeinschaften. Er kommt zu dem Ergebnis, dass Verwandschaftsbeziehungen seit dem 19. Jahrhundert bis heute die ökonomischen Praktiken von Wiedertäufern strukturieren. Dieser Zusammenhang findet sich auch in der Geschichte der Familie Siemens wieder, die Martin Lutz in früheren Arbeiten untersucht hat. (Link)


Neue Artikel von Felix Römer zum Thema sozialer Ungleichheit

"Soziale Ungleichheit in der Pandemie. Warum Deutsche weniger darüber wissen als Briten" von Felix Römer, auf Geschichte der Gegenwart, 3.3.2021 (Link)

"Evolving Knowledge Regimes: Economic Inequality and the Politics of Statistics in the United Kingdom since the Postwar Era" von Felix Römer, in KNOW: A Journal on the Formation of Knowledge (Herbst 2020) (Link)

Die Corona-Pandemie trifft die Armen härter als die Reichen. Darüber diskutiert man in Deutschland allerdings viel weniger als in Großbritannien oder den USA. In der Bundesrepublik hat die Vernachlässigung der ökonomischen Ungleichheit eine lange historische Tradition. Diese untersucht Felix Römer in seinem Beitrag für Geschichte der Gegenwart . Die statistische Erfassung von Ungleichheit in Großbritannien diskutiert er in seinem Artikel "Evolving Knowledge Regimes" im Journal "KNOW" . Das Thema und der Artikel von Felix Römer wurde jüngst auch in der SZ aufgegriffen: Link und Link


Beitrag von Marie Huber zur gegenwärtigen Bedrohung äthiopischer Kulturerbestätten

"Bedrohte Altertümer: Äthiopiens Kulturerbe ist in Gefahr" von Marie Huber, Tagesspiegel, 9.2.2021 (Link)

Militärische Konflikte, ausbleibender Tourismus und eine gefährliche Geschichtspolitik bedrohen historische Orte und ihre Bewohner im Norden Äthiopiens, schreibt Marie Huber im Tagesspiegel. In ihrem Artikel analysiert sie die zahlreichen Gefahren, die durch die komplexe politische Lage im Land für die Kulturerbestätten Äthiopiens erwachsen. Ihre historische Bearbeitung des Themas in ihrem Buch "Developing Heritage - Developing Countries" ist kostenfrei als e-book im open access lesbar oder im Podcast Anno PunktPunktPunkt zusammengefasst (Link).


Neue Beiträge von Alexander Nützenadel und Ingo Köhler zur Finanzkrise 2008

"The financial crisis of 2008 - Experience, memory, history" von Alexander Nützenadel (Link) und "Bazookas for recovery. The renaissance of Keynesian stimulus plans since the financial crisis" von Ingo Köhler (Link), beide im Journal of Modern European History, Dezember 2020.

In seinem Diskussionsforum zur Finanzkrise 2008 und ihren Nachwirkungen versammelt das Journal of Modern European History Beiträge zu verschiedenen Aspekten der Auswirkung der Finanzkrise. Auch Alexander Nützenadel und Ingo Köhler haben Texte beigesteuert. Alexander Nützenadel analysiert in seinem Artikel die Erinnerung und Interpretation der Krise seitens Historiker*innen und Zeitzeugen. Er bilanziert unter anderem, die Geschichtswissenschaften stünden in der Verantwortung, die Spezifizität der Finanzkrise gegenüber vereinfachenden Vergleichen z.B. mit der Corona-Krise zu betonen und herauszuarbeiten. Auch Ingo Köhler betrachtet den Vergleich der Finanzkrise 2008 mit der Corona-Krise und analysiert dabei die Rolle der Erfahrungen der Finanzkrise bei der Ausgestaltung der Konjunkturmaßnahmen gegen die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie.


Diskussionsbeitrag von Laetita Lenel zur Geschichtsschreibung in Zeiten von Covid-19

"Geschichte ohne Libretto" von Laetitia Lenel, auf H-Soz-Kult, 5.12.2020.

In einem Diskussionsbeitrag für H-Soz-Kult hat Laetitia Lenel darüber nachgedacht, wie sich unsere historischen Narrative angesichts der Corona-Pandemie und einer historisch anmutenden Gegenwart verändern könnten. Der Beitrag findet sich hier: Link zum Beitrag


Neues Forschungsprojekt von Ingo Köhler zur Geschichte der Hertie-Stiftung

Im Auftrag der Hertie-Stiftung wir Ingo Köhler gemeinsam mit Johannes Bähr die Geschichte des Stiftungsvermögens der Hertie-Stiftung wissenschaftlich aufarbeiten (Link zur Pressemitteilung). Dabei soll unabhängig untersucht werden, wie das von der jüdischen Familie Tietz gegründete Unternehmen Hermann Tietz oHG 1933 arisiert wurde und danach in den Besitz von Georg Karg kam, auf dessen Lebenswerk die heutige Gemeinnützige Hertie-Stiftung gründet. Zum Konzept des Forschungsauftrags gehören auch weitere Fragen zur Rolle Georg Kargs, zum Wirken des Hertie-Warenhaus-Konzerns in der Zeit des Nationalsozialismus bis hin zum Abschluss des Restitutionsverfahrens nach dem Krieg und außergerichtlichen Einigungen zwischen den Familien Tietz und Karg. Für den Deutschlandfunk stellte Johannes Bähr das Projekt im Interview vor (Link). 


Neuerscheinung von Ingo Köhler

„Verdienst und Vermächtnis. Familienunternehmen in Deutschland und den USA seit 1800“ von Ingo Köhler und Hartmut Berghoff.

Familienunternehmen sind in Deutschland und in den USA zentrale Bausteine der jeweiligen Volkswirtschaft. Und doch gibt es signifikante Unterschiede in der Unternehmens- und Familienkultur sowie der institutionellen Umwelt. So wird Deutschland in den USA um seine leistungsstarken Familienunternehmen, vor allem die Hidden Champions, beneidet. Zudem bestehen deutsche Familienunternehmen im Durchschnitt deutlich länger. Wie kam es zu diesen Divergenzen? Die von der Stiftung Familienunternehmen herausgegebene historische Langzeitbetrachtung analysiert die Ursachen und Auswirkungen der Unternehmenslandschaften in beiden Ländern von der Industrialisierung im 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Link

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Neuer Artikel von Laetitia Lenel

"Gezeiten der Wirtschaft. Konkunkturprognosen und ihre Inszenierung" von Laetitia Lenel, auf Geschichte der Gegenwart, 22. November 2020.

Die Corona-Pandemie hat die Unsicherheit von Konjunkturprognosen aufgezeigt. Als Strategien der Kontingenzbewältigung sind sie trotzdem nach wie vor von großer Bedeutung. Wichtiger als die exakte Vorhersage scheinen dabei jedoch ihre interaktive Herstellung und das Versprechen der Erwartungssicherheit zu sein, wie Laetitia Lenel in ihrem Artikel auf Geschichte der Gegenwart argumentiert.

Link zum Artikel.


Digitaler Workshop "A Global History of State-Enterprises", 26. und 27.11.

Marie Huber leitet den digitalen Workshop "A Global History of State-Enterprises in Developing Countries, 1950 to present" am 26. und 27. November 2020. Der Workshop versammelt aktuelle Forschungsprojekte zu staatlichen Unternehmen aus der Wirtschafts- und Globalgeschichte, den Kulturwissenschaften und den Politikwissenschaften. Interessierte können sich auf der Website des Workshops anmelden und erhalten so die Möglichkeit, am Workshop digital teilzunehmen. 


Neuerscheinung von Ingo Köhler

"Expansion um jeden Preis. Studien zur Wintershall AG zwischen Krise und Krieg, 1929-1945" von Ingo Köhler, zusammen mit Manfred Grieger und Rainer Karlsch.

Das Unternehmen Wintershall verstrickte sich tief mit den Machenschaften des nationalsozialistischen Unrechtsregimes. Der politische Umbruch 1933 fiel in eine Zeit, in der sich der Konzern strategisch neu aufstellte und aus dem Kalibergbau in das Öl- und Leichtmetallgeschäft diversifizierte. Aus moralischem Opportunismus und geschäftlichen Pragmatismus suchte der Vorstand früh den Kontakt zu den neuen Machthabern. Wintershall positionierte sich erfolgreich in der dirigistischen Energie- und Rüstungswirtschaft, wurde zu einem Mitspieler des Rohstoffwettlaufs in Osteuropa und profitierte von "Arisierung", Fremd- und Zwangsarbeit. Diese drei Themenschwerpunkte werden in der vorliegenden Studie behandelt. Link

Ingo


Neuerscheinung von Marie Huber

"Developing Heritage - Developing Countries. Ethiopian Nation-Building and the Origins of UNESCO World Heritage, 1960-1980" von Marie Huber.

Durch den Ausbau des Tourismussektors erhofften sich viele Entwicklungsländer in den 1960ern einen wirtschaftlichen Aufschwung. Gleichzeitig war die Konstruktion von nationalem Erbe von großer politische Wichtigkeit. In ihrem neuen Buch "Developing Heritage - Developing Countries" beschreibt Marie Huber wie in Äthiopien durch Programme der UNESCO Kulturerbestätten restauriert, aber auch staatliche Kulturinstitutionen aufgebaut wurden, und so vor allem eine zunehmende Politisierung des Kulturerbes erreicht wurde. 

Das Buch erscheint am 23.11.2020, gedruckt und als e-book im open access (gefördert aus Mitteln der Gerda-Henkel-Stiftung und der Humboldt-Universität). Als Gast des Geschichts-Podcast Anno PunktPunktPunkt hat Marie Huber jüngst über ihr Buch gesprochen (Link).

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Neuerscheinung von Alexander Nützenadel

"Deutsche Bank - Die globale Hausbank 1870 - 2020" von Alexander Nützenadel, zusammen mit Catherine R. Schenk und Werner Plumpe (März 2020).

Seit ihrer Gründung im März 1870 sieht die Deutsche Bank ihren Auftrag darin, Investitionsströme und Handelsbeziehungen Deutschlands mit der übrigen Welt auch in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Umbrüche auszubauen. Genau diese Rolle eines der größten Finanzinstitute Europas beleuchten drei renommierte Historiker*innen. Spannend erzählen sie von den ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen anderthalb Jahrhunderte - und was sie für die Deutsche Bank bedeuteten. Alexander Nützenadels Beitrag zum Buch deckt dabei den Zeitraum zwischen 1914 und 1989 ab.

Link zur Verlagsseite sowie zur englischen Übersetzung.

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Neuerscheinung von Laetitita Lenel

Der Sammelband "Futures Past. Economic Forecasting in the 20th and 21st Century“ (Februar 2020), den Laetitia Lenel zusammen mit Ulrich Fritsche und Roman Köster herausgegeben hat, versammelt Beiträge zur Praxis der ökonomischen Vorhersage aus historischer, soziologischer und ökonomischer Perspektive. "Futures Past" bietet faszinierende Einblicke in die Geschichte und Gegenwart ökonomischer Vorhersagen in modernen Industriestaaten. Das Buch ist als open access-Publikation erhältlich.

In ihrem Beitrag für den DHI-Blog History of Knowledge diskutiert Laetitia Lenel die gesellschaftliche und wissenschaftliche Unsicherheit in Zeiten von Covid-19 und ihre möglichen Folgen.

Futures Past


Neuerscheinungen von Martin Lutz

In zwei jüngst erschienenen Publikationen untersucht Martin Lutz das Verhältnis zwischen Religion und wirtschaftlichen Praktiken. Das von ihm zusammen mit Boris Gehlen und Hans-Michael Trautwein herausgegebene Themenheft "Auf der Suche nach dem verlorenen Sinn? Unternehmer zwischen Gottesfurcht und Marktglaube im modernen Kapitalismus" des Jahrbuchs für Wirtschaftsgeschichte untersucht religiöse und säkulare Sinnzuschreibungen von Unternehmern im modernen Kapitalismus. In ihrem Artikel "Gospels of Prosperity and Simplicity. Assessing Variation in the Protestant Moral Economy" untersuchen Martin Lutz, Maren Freudenberg und Martin Radermacher die unterschiedlichen Konstellationen religiöser Diskurse und wirtschaftlicher Praktiken am Beispiel dreier protestantischer Gemeinschaften in den USA. 

Über sein ebenfalls an der Schnittstelle von Religion und Ökonomie angelegtes Habilitationsprojekt über die Amischen, Hutterer und Mennoniten in den USA hat Martin Lutz hier im Geschichts-Podcast Anno PunktPunktPunkt gesprochen.

Zu Marcel Boldorfs neuem Handbuch über die Deutsche Wirtschaft im Ersten Weltkrieg hat er außerdem ein Kapitel über die deutsche Elektroindustrie beigesteuert.

Martin