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Humboldt-Universität zu Berlin - Sozial- und Wirtschaftsgeschichte

Neue Publikationen und Aktuelles

Beitrag von Marie Huber zur gegenwärtigen Bedrohung äthiopischer Kulturerbestätten

"Bedrohte Altertümer: Äthiopiens Kulturerbe ist in Gefahr" von Marie Huber, Tagesspiegel, 9.2.2021 (Link)

Militärische Konflikte, ausbleibender Tourismus und eine gefährliche Geschichtspolitik bedrohen historische Orte und ihre Bewohner im Norden Äthiopiens, schreibt Marie Huber im Tagesspiegel. In ihrem Artikel analysiert sie die zahlreichen Gefahren, die durch die komplexe politische Lage im Land für die Kulturerbestätten Äthiopiens erwachsen. Ihre historische Bearbeitung des Themas in ihrem Buch "Developing Heritage - Developing Countries" ist kostenfrei als e-book im open access lesbar oder im Podcast Anno PunktPunktPunkt zusammengefasst (Link).


Neue Beiträge von Alexander Nützenadel und Ingo Köhler zur Finanzkrise 2008

"The financial crisis of 2008 - Experience, memory, history" von Alexander Nützenadel (Link) und "Bazookas for recovery. The renaissance of Keynesian stimulus plans since the financial crisis" von Ingo Köhler (Link), beide im Journal of Modern European History, Dezember 2020.

In seinem Diskussionsforum zur Finanzkrise 2008 und ihren Nachwirkungen versammelt das Journal of Modern European History Beiträge zu verschiedenen Aspekten der Auswirkung der Finanzkrise. Auch Alexander Nützenadel und Ingo Köhler haben Texte beigesteuert. Alexander Nützenadel analysiert in seinem Artikel die Erinnerung und Interpretation der Krise seitens Historiker*innen und Zeitzeugen. Er bilanziert unter anderem, die Geschichtswissenschaften stünden in der Verantwortung, die Spezifizität der Finanzkrise gegenüber vereinfachenden Vergleichen z.B. mit der Corona-Krise zu betonen und herauszuarbeiten. Auch Ingo Köhler betrachtet den Vergleich der Finanzkrise 2008 mit der Corona-Krise und analysiert dabei die Rolle der Erfahrungen der Finanzkrise bei der Ausgestaltung der Konjunkturmaßnahmen gegen die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie.


Diskussionsbeitrag von Laetita Lenel zur Geschichtsschreibung in Zeiten von Covid-19

"Geschichte ohne Libretto" von Laetitia Lenel, auf H-Soz-Kult, 5.12.2020.

In einem Diskussionsbeitrag für H-Soz-Kult hat Laetitia Lenel darüber nachgedacht, wie sich unsere historischen Narrative angesichts der Corona-Pandemie und einer historisch anmutenden Gegenwart verändern könnten. Der Beitrag findet sich hier: Link zum Beitrag


Neues Forschungsprojekt von Ingo Köhler zur Geschichte der Hertie-Stiftung

Im Auftrag der Hertie-Stiftung wir Ingo Köhler gemeinsam mit Johannes Bähr die Geschichte des Stiftungsvermögens der Hertie-Stiftung wissenschaftlich aufarbeiten (Link zur Pressemitteilung). Dabei soll unabhängig untersucht werden, wie das von der jüdischen Familie Tietz gegründete Unternehmen Hermann Tietz oHG 1933 arisiert wurde und danach in den Besitz von Georg Karg kam, auf dessen Lebenswerk die heutige Gemeinnützige Hertie-Stiftung gründet. Zum Konzept des Forschungsauftrags gehören auch weitere Fragen zur Rolle Georg Kargs, zum Wirken des Hertie-Warenhaus-Konzerns in der Zeit des Nationalsozialismus bis hin zum Abschluss des Restitutionsverfahrens nach dem Krieg und außergerichtlichen Einigungen zwischen den Familien Tietz und Karg. Für den Deutschlandfunk stellte Johannes Bähr das Projekt im Interview vor (Link). 


Neuerscheinung von Ingo Köhler

„Verdienst und Vermächtnis. Familienunternehmen in Deutschland und den USA seit 1800“ von Ingo Köhler und Hartmut Berghoff.

Familienunternehmen sind in Deutschland und in den USA zentrale Bausteine der jeweiligen Volkswirtschaft. Und doch gibt es signifikante Unterschiede in der Unternehmens- und Familienkultur sowie der institutionellen Umwelt. So wird Deutschland in den USA um seine leistungsstarken Familienunternehmen, vor allem die Hidden Champions, beneidet. Zudem bestehen deutsche Familienunternehmen im Durchschnitt deutlich länger. Wie kam es zu diesen Divergenzen? Die von der Stiftung Familienunternehmen herausgegebene historische Langzeitbetrachtung analysiert die Ursachen und Auswirkungen der Unternehmenslandschaften in beiden Ländern von der Industrialisierung im 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Link


Neuer Artikel von Laetitia Lenel

"Gezeiten der Wirtschaft. Konkunkturprognosen und ihre Inszenierung" von Laetitia Lenel, auf Geschichte der Gegenwart, 22. November 2020.

Die Corona-Pandemie hat die Unsicherheit von Konjunkturprognosen aufgezeigt. Als Strategien der Kontingenzbewältigung sind sie trotzdem nach wie vor von großer Bedeutung. Wichtiger als die exakte Vorhersage scheinen dabei jedoch ihre interaktive Herstellung und das Versprechen der Erwartungssicherheit zu sein, wie Laetitia Lenel in ihrem Artikel auf Geschichte der Gegenwart argumentiert.

Link zum Artikel.


Digitaler Workshop "A Global History of State-Enterprises", 26. und 27.11.

Marie Huber leitet den digitalen Workshop "A Global History of State-Enterprises in Developing Countries, 1950 to present" am 26. und 27. November 2020. Der Workshop versammelt aktuelle Forschungsprojekte zu staatlichen Unternehmen aus der Wirtschafts- und Globalgeschichte, den Kulturwissenschaften und den Politikwissenschaften. Interessierte können sich auf der Website des Workshops anmelden und erhalten so die Möglichkeit, am Workshop digital teilzunehmen. 


Neuerscheinung von Ingo Köhler

"Expansion um jeden Preis. Studien zur Wintershall AG zwischen Krise und Krieg, 1929-1945" von Ingo Köhler, zusammen mit Manfred Grieger und Rainer Karlsch.

Das Unternehmen Wintershall verstrickte sich tief mit den Machenschaften des nationalsozialistischen Unrechtsregimes. Der politische Umbruch 1933 fiel in eine Zeit, in der sich der Konzern strategisch neu aufstellte und aus dem Kalibergbau in das Öl- und Leichtmetallgeschäft diversifizierte. Aus moralischem Opportunismus und geschäftlichen Pragmatismus suchte der Vorstand früh den Kontakt zu den neuen Machthabern. Wintershall positionierte sich erfolgreich in der dirigistischen Energie- und Rüstungswirtschaft, wurde zu einem Mitspieler des Rohstoffwettlaufs in Osteuropa und profitierte von "Arisierung", Fremd- und Zwangsarbeit. Diese drei Themenschwerpunkte werden in der vorliegenden Studie behandelt. Link


Neuerscheinung von Marie Huber

"Developing Heritage - Developing Countries. Ethiopian Nation-Building and the Origins of UNESCO World Heritage, 1960-1980" von Marie Huber.

Durch den Ausbau des Tourismussektors erhofften sich viele Entwicklungsländer in den 1960ern einen wirtschaftlichen Aufschwung. Gleichzeitig war die Konstruktion von nationalem Erbe von großer politische Wichtigkeit. In ihrem neuen Buch "Developing Heritage - Developing Countries" beschreibt Marie Huber wie in Äthiopien durch Programme der UNESCO Kulturerbestätten restauriert, aber auch staatliche Kulturinstitutionen aufgebaut wurden, und so vor allem eine zunehmende Politisierung des Kulturerbes erreicht wurde. 

Das Buch erscheint am 23.11.2020, gedruckt und als e-book im open access (gefördert aus Mitteln der Gerda-Henkel-Stiftung und der Humboldt-Universität). Als Gast des Geschichts-Podcast Anno PunktPunktPunkt hat Marie Huber jüngst über ihr Buch gesprochen (Link).

 


Neuerscheinung von Alexander Nützenadel

"Deutsche Bank - Die globale Hausbank 1870 - 2020" von Alexander Nützenadel, zusammen mit Catherine R. Schenk und Werner Plumpe (März 2020).

Seit ihrer Gründung im März 1870 sieht die Deutsche Bank ihren Auftrag darin, Investitionsströme und Handelsbeziehungen Deutschlands mit der übrigen Welt auch in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Umbrüche auszubauen. Genau diese Rolle eines der größten Finanzinstitute Europas beleuchten drei renommierte Historiker*innen. Spannend erzählen sie von den ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen anderthalb Jahrhunderte - und was sie für die Deutsche Bank bedeuteten. Alexander Nützenadels Beitrag zum Buch deckt dabei den Zeitraum zwischen 1914 und 1989 ab.

Link zur Verlagsseite sowie zur englischen Übersetzung.


Neuerscheinung von Laetitita Lenel

Der Sammelband "Futures Past. Economic Forecasting in the 20th and 21st Century“ (Februar 2020), den Laetitia Lenel zusammen mit Ulrich Fritsche und Roman Köster herausgegeben hat, versammelt Beiträge zur Praxis der ökonomischen Vorhersage aus historischer, soziologischer und ökonomischer Perspektive. "Futures Past" bietet faszinierende Einblicke in die Geschichte und Gegenwart ökonomischer Vorhersagen in modernen Industriestaaten. Das Buch ist als open access-Publikation erhältlich.

In ihrem Beitrag für den DHI-Blog History of Knowledge diskutiert Laetitia Lenel die gesellschaftliche und wissenschaftliche Unsicherheit in Zeiten von Covid-19 und ihre möglichen Folgen.


Neuerscheinungen von Martin Lutz

In zwei jüngst erschienenen Publikationen untersucht Martin Lutz das Verhältnis zwischen Religion und wirtschaftlichen Praktiken. Das von ihm zusammen mit Boris Gehlen und Hans-Michael Trautwein herausgegebene Themenheft "Auf der Suche nach dem verlorenen Sinn? Unternehmer zwischen Gottesfurcht und Marktglaube im modernen Kapitalismus" des Jahrbuchs für Wirtschaftsgeschichte untersucht religiöse und säkulare Sinnzuschreibungen von Unternehmern im modernen Kapitalismus. In ihrem Artikel "Gospels of Prosperity and Simplicity. Assessing Variation in the Protestant Moral Economy" untersuchen Martin Lutz, Maren Freudenberg und Martin Radermacher die unterschiedlichen Konstellationen religiöser Diskurse und wirtschaftlicher Praktiken am Beispiel dreier protestantischer Gemeinschaften in den USA. 

Über sein ebenfalls an der Schnittstelle von Religion und Ökonomie angelegtes Habilitationsprojekt über die Amischen, Hutterer und Mennoniten in den USA hat Martin Lutz hier im Geschichts-Podcast Anno PunktPunktPunkt gesprochen.

Zu Marcel Boldorfs neuem Handbuch über die Deutsche Wirtschaft im Ersten Weltkrieg hat er außerdem ein Kapitel über die deutsche Elektroindustrie beigesteuert.