Humboldt-Universität zu Berlin - Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte

Dr. Susanne Schmidt

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Dr. Susanne Schmidt
Status
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
E-Mail
susanne.schmidt (at) hu-berlin.de

 

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Beurlaubt für einen Forschungsaufenthalt an der Stanford University im Rahmen eines Stipendiums der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina (2023–24). 

 

Vita


Susanne Schmidt studierte an der Humboldt-Universität zu Berlin, in Cambridge (UK) und Paris. Promotion (Ph.D., 2018) am Department of History and Philosophy of Science der University of Cambridge. Anschließend Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Arbeitsbereich Globalgeschichte, Freie Universität Berlin und Tandem Fellow in the History of Knowledge and Knowledge Cultures, Deutsches Historisches Institut & Georgetown University, Washington, DC; seit Oktober 2020 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin. Gastaufenthalte am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, am Department of the History of Science, Harvard University und am Center for Science and Society der Columbia University (New York).

Stipendien der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Max Weber Stiftung, des Arts & Humanities Research Council (AHRC), Kurt Hahn Trust u.a. Ausgezeichnet mit dem Förderpreis der Gesellschaft für die Geschichte der Wissenschaften, der Medizin und der Technik (GWMT), Artikelpreis der N.T.M. Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin (2021) und Career Development Award der Berlin University Alliance (2021/22).

Derzeit Stipendiatin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und Visiting Fellow am Department of History der Stanford University.

 

Forschungsschwerpunkte


  • Wissenschaftsgeschichte, insbes. Geschichte der Human-, Sozial- und Verhaltenswissenschaften
  • Geschlechtergeschichte und Geschichte des Feminismus
  • Geschichte von Expertise, Wissenschaft und Öffentlichkeit
  • Geschichte der USA und Lateinamerikas
  • Psychological Humanities

 

Forschungsprojekte


Der Marshmallow-Test. Süßigkeiten, race und Bildung in der Kognitionsforschung 1950–heute

Das Projekt historisiert das Konzept der Selbstkontrolle als einer grundlegenden Fähigkeit, die, im frühen Kindesalter erworben, zahlreiche Aspekte des späteren Lebens beeinflusst. Untersucht wird die Geschichte des Marshmallow-Tests, der zentralen Anordnung zur Messung von Selbstkontrolle, die Kinder vor die Wahl stellt: ein Marshmallow (oder eine andere Süßigkeit) sofort – oder zwei, wenn sie warten. Das Projekt widmet sich der Geschichte des Marshmallow-Tests von den ersten Experimenten in den 1950er Jahren bis zu gegenwärtigen Debatten über Reproduzierbarkeit und untersucht Forschung, die insbesondere in den USA, der Karibik und Lateinamerika durchgeführt wurde.

Mode. Ein Schlagwort der Gesellschaftsdiagnostik 1850–heute

Der Begriff der Mode bezieht sich nicht nur auf die zeitgemäße Art und Weise sich zu kleiden, sondern bezeichnet und bewertet auch die Verbreitung und den Wandel sozialer und ethischer Normen, kultureller Gewohnheiten und Verhaltensweisen, gar der politischen Einstellung und der wissenschaftlichen Theorie. Das Forschungsprojekt widmet sich der Mode als Schlagwort der modernen Gesellschaftsdiagnostik, seiner Entstehung, seinen Vorläufern und seiner Ausprägung und Verwendung in ethischen und rechtswissenschaftlichen, volkskundlichen, ökonomischen, demoskopischen und publizistischen Zusammenhängen. Beleuchtet wird die Geschichte und Funktion dieses doppelten, weiten Modebegriffs, der zugleich auf eine materielle und eine konzeptuelle Ebene verweist. Mode erscheint so als ethisches, ökonomisches, politisches und epistemologisches Konzept.

 

Publikationen


Monographie

  • Midlife Crisis. The Feminist Origins of a Chauvinist Cliché, Chicago: University of Chicago Press, 2020.
    Rezensiert in American Historical ReviewJournal of American HistoryN.T.M. Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und MedizinSocial History of Medicine, Journal of the History of the Behavioral Sciences, European Journal for the History of Medicine and HealthHSozKultThe New RepublicTimes Literary Supplement und Medium. Empfehlung der American Library Association (Choice). Exzerpt in Lapham’s Quarterly. Übersetzung ins Japanische (Newton Press, 2021) und Deutsche (Goldmann, in Vorbereitung). Ausgezeichnet mit dem Förderpreis der Gesellschaft für die Geschichte der Wissenschaften, der Medizin und der Technik (GWMT).
     

Herausgeberschaften

  • "Cocooning. Umwelt und Geschlecht in den Sozial-, Human- und Lebenswissenschaften seit 1800" (gemeinsam mit Lisa Malich), Special Issue: N.T.M. Zeitschrift für Geschichte der Wissenschaften, Technik und Medizin 29/1 (2021).
  • "Gegen/Wissen" (gemeinsam mit Max Stadler, Niki Rhyner et al.). Themenheft, cache: Magazin für die Geschichte und Gegenwart der wissenschaftlich-technischen Welt 1 (2020).
    Rezensiert in Der Freitag.
     

Zeitschriftenaufsätze

Buchbeiträge

  • "Pop or Popularization? The Boundaries between Social Science and Journalism". In: Observing the Everyday: Journalistic Practices and Knowledge Production in the Modern Era, ed. by Hansjakob Ziemer (New York: Routledge) 2022, 249–271.
  • "Menocore. Feminist Conceptions of Midlife since 1900". In: Reinventing, Rethinking, and Representing Menopause, hg. von Beverley Carruthers und Jane Woollatt, London: London College of Communication 2019, S. 10–15.
     

Rezensionen

  • "The Prenatal Gaze". Rezensionsessay zu The Maternal Imprint: The Contested Science of Maternal-Fetal Effects, by Sarah S. Richardson, and Weighing the Future: Science, Race, and Pregnancy Trials in the Postgenomic Age, by Natali Valez, Isis 114/1 (2023), S. 189–192.
  • Rezension von Chemically Imbalanced. Everyday Suffering, Medication, and Our Troubled Quest for Self-Mastery, von Joseph E. Davis, Ambix 69/1 (2022), S. 87–89.
  • Rezension von Broken Dreams. An Intimate History of the Midlife Crisis, von Mark Jackson, Journal of the History of the Behavioral Sciences 57/4 (2021), S. 430–432.
  • Doppelrezension von Rethinking Therapeutic Culture, hg. von Timothy Aubry und Trysh Travis, und Groovy Science. Knowledge, Innovation & American Counterculture, hg. von David Kaiser und Patrick W. McCray, Isis 108/4 (2017), S. 946–948.
  • Rezension von Breaking up Time. Negotiating the Borders between Present, Past and Future, hg. von Chris Lorenz und Berber Bevernage, Traverse 2016/3 (2016), S. 138.
  • Rezension von American Pulp. How Paperbacks Brought Modernism to Main Street, von Paula Rabinowitz, H-Soz-Kult (Dezember 2016).
  • Rezension von The Prime of Life. A History of Modern Adulthood, von Steven Mintz, H-Soz-Kult (Januar 2016).
     

Feuilleton & Blogs

  • "Advent heißt Panik", ZEIT Online: 10 nach 8, 7. Dezember 2021.
  • "Midlife-Crisis: Ein Konzept zwischen Feminismus und Backlash", Genderblog, Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien, Humboldt-Universität zu Berlin, 1. Oktober 2020.
  • "Über 40 muss sie nichts mehr müssen", ZEIT Online: 10 nach 8, 13. März 2020.
  • "Was war die Midlife-Crisis? Die Geschichte eines missverstandenen Konzepts", Deutschlandfunk, Sendereihe "Essay & Diskurs", 12. August 2018.
  • "How Feminists Invented the Male Midlife Crisis", Zocalo Public Square, 1. Juni 2018. Wiederabdruck (Auszug) in der Baltimore Sun.
  • "The Feminist Origins of the Midlife Crisis", Cambridge Core Blog, 17. Mai 2018.
  • "Im Sportwagen durch die Vierziger", Neue Zürcher Zeitung, 27. März 2018, S. 40.
     

Interviews