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Humboldt-Universität zu Berlin - Neueste und Zeitgeschichte

Moritz Reininghaus

Weltanschauliche Dissidenz und radikale Ethik. Rudolf Schottlaender (1900–1988) als intellektueller Grenzgänger

(Dissertationsprojekt)

 

Im vorliegenden Projekt wird eine Biographie zu Rudolf Schottlaender (1900-1988) erarbeitet. Die Rekonstruktion des persönlichen Lebenswegs des Philosophen und Altphilologen wird dabei mit der Frage verknüpft, ob und inwiefern Schottlaender beispielhaft als Intellektueller im Kalten Krieg gelten kann. Dazu wird das »diskursive Phänomen« des Intellektuellen, sein berufliches Handeln ebenso wie sein politisches Engagement, mithilfe der drei Analyseebenen Orte, Milieus und Netzwerke untersucht. Auf diesem Weg soll Schottlaenders vordergründig vor allem durch den zweifachen Wechsel zwischen DDR und Bundesrepublik geprägte »überparteiliche« Position milieu- und ideengeschichtlich verortet werden. Besondere Aufmerksamkeit erfahren deshalb Schottlaenders philosophisches bzw. akademisches Umfeld (1947-1949; 1960-1965) sowie das protestantische Milieu (1965-1988) in der SBZ/DDR auf der einen und das pazifistische/neutralistische Milieu der jungen Bundesrepublik auf der anderen Seite. Auf diese Weise zeigt sich die Biographie als Teil einer »asymmetrisch verflochtenen Parallelgeschichte« und soll daher in eine integrierte deutsch-deutsche Nachkriegsgeschichte eingebettet werden. Damit wird nicht zuletzt dem Anspruch an eine moderne wissenschaftliche Biographie genüge geleistet, als »Sonde« zu dienen, mit deren Hilfe das »Funktionieren der Gesellschaf« ein Stück weit erklärt werden kann.