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Humboldt-Universität zu Berlin - Fachdidaktik Geschichte

Sebastian Lotto-Kusche

Sebastian Lotto-Kusche

Promovend am Lehrstuhl für Geschichtsdidaktik der Humboldt-Universität zu Berlin

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Geschichte und Geschichtsdidaktik der Europa-Universität-Flensburg

E-mail: sebastian.lotto-kusche@uni-flensburg.de

 

 

 


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Kurz-Vita

 

geboren 1987

in Suhl / Thüringen

2006 – 2012

Studium der Philosophie, Geschichte und Germanistik an der Universität Kassel (Staatsexamen L3)

2008 – 2011

Tutor am Institut für Philosophie Kassel und am Fachgebiet Geschichte der Universität Kassel

2010 - 2015 

Projektkoordinator der Senatskommission „Weg der Erinnerung an der Universität Kassel“

2011 – 2012

Vorsitzender des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) Kassel und Referent für politische Bildung

seit Juli 2012

Promotion am Institut für Geschichtswissenschaft der Humboldt-Universität zu Berlin
Erstbetreuer: Prof. Dr. Thomas Sandkühler

Oktober 2012 - September 2015

Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Kassel (Prof. Winfried Speitkamp)

seit Oktober 2015 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Seminar für Geschichte und Geschichtsdidaktik der Europa-Universität-Flensburg

 


Projektbeschreibung Dissertation

 

Arbeitstitel: Der Völkermord an den Sinti und Roma. Diskurse um politische Anerkennung, finanzielle Entschädigung und wissenschaftliche Erklärungsansprüche in der Bundesrepublik.

 

Projektskizze:

Den massenhaften Mord an den Sinti und Roma im Nationalsozialismus als Völkermord zu bezeichnen und jenen überhaupt als staatlich organisierten Gewaltakt anzuerkennen, dies war ein langwieriger Prozess in der Bundesrepublik Deutschland. Nachdem das Verbrechen in seinen Einzelheiten mittlerweile recht gut untersucht und belegt wurde, sind die in meinem Vorhaben adressierten Forschungsdesiderate in der Frage zu sehen, welche politischen Abläufe zur offiziellen Anerkennung des Völkermords durch die Bundesrepublik Deutschland führten. Dabei untersuche ich die verschiedenen Diskurse staatlicher und zivilgesellschaftlicher Diskursteilnehmer, vor allem zu den Themen Moralische/Politische Anerkennung und finanzielle Entschädigung. Auch die Frage der Anerkennung als nationale Minderheit spielt in diesem Zusammenhang eine gewichtige Rolle. Dabei ist auch relevant, wie sich die Narrationen über den Massenmord/Völkermord an den Sinti und Roma selbst veränderten. Welchem Akteur werden wissenschaftliche Erklärungsansprüche zugebilligt und welche Veränderungen ergeben sich im Zuge des Anerkennungsprozesses. Hierbei soll vor allem auch auf Begriffsentwicklungen geachtet werden. Wie und wann gelingt es den Selbstorganisationen einen Sprachwandel einzuleiten? Dienen bestimmte Narrationen dazu, ein Gruppennarrativ herauszubilden, vielleicht auch in Abgrenzung zu anderen Opfergruppen? Gerade wenn es um die Frage geht, ob die Verbrechen an den „Zigeunern“ als Völkermord zu bezeichnen sind, ist zu prüfen, inwieweit Ethnizität von verschiedenen Autoren benutzt wird, um eine einheitliche, genozidale Opfergruppe zu manifestieren.

Das Vorhaben wird durch ein Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung gefördert.

 

Erstbetreuer: Prof. Dr. Thomas Sandkühler (Lehrstuhl für Fachdidaktik Geschichte)

Zweitbetreuer: Prof. Dr. Michael Wildt (Lehrstuhl für Deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert mit Schwerpunkt in der Zeit des Nationalsozialismus)

 


Forschungsinteressen

 

  • Minderheitengeschichte (bes. Anerkennungskampf der Sinti und Roma in der BRD)
  • Kontroversen um den Nationalsozialismus nach 1945
  • Theorie der Geschichtswissenschaft
  • Erinnerungskultur und Geschichtspolitik
  • Begriffsgeschichte
  • Historische Antiziganismusforschung

 


Publikationen

 

I. Monographien und herausgegebene Schriften

  • (Hrsg. mit Miriam Lotto und Jana Preuß): Studentische Hochschulpolitik für die Universität Kassel. 40 Jahre zwischen Bildungsprotest und Verteidigung der politischen Selbstverwaltung, Kassel: kassel university press 2012.

II. Aufsätze

  • Politische Anerkennung der Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland. Eine Untersuchung anhand des Wandels in der Sprachpraxis staatlicher Stellen, in: Textuelle Historizität. Interdisziplinäre Perspektiven auf das historische Apriori, hrsg. v. Heidrun Kämper, Daniel Schmidt-Brücken, Ingo Warnke, Berlin/Boston: de Gruyter 2016, S. 247-260.
  • Antiziganismus und Zigeunerbilder in den Kinderhörspielen „Fünf Freunde“, in: Von „Pippi Langstrumpf“ bis „TKKG“. Kinderhörspiele aus gesellschafts- und kulturwissenschaftlicher Perspektive, hrsg. v. Oliver Emde, Lukas Möller, Andreas Wicke, Leverkusen: Budrich UniPress 2016, S. 70-81.
  • Spannungsfelder im Vorfeld der Anerkennung des Völkermords an den Sinti und Roma. Das Gespräch zwischen dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma und der Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland am 17. März 1982, in: Stigmatisierung - Marginalisierung - Verfolgung. Beiträge zum 19. Workshop zur Geschichte und Gedächtnisgeschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager, hrsg. v. Marco Brenneisen, Christine Eckel, Laura Haendel, Julia Pietsch, Berlin: Metropol Verlag 2015, S. 224-244.

  • (mit Annika Schmitt): Politik gegen „Zigeuner“ und „Landfahrer“ in Kassel im 20. Jahrhundert. Überblick und Forschungsperspektiven, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Heft 120 (2015), S. 149-168. 

  • (mit Winfried Speitkamp): Der „Weg der Erinnerung“ der Universität Kassel, in: Ulbricht, Annette (Hrsg.): Henschel, Gottschalk & Co. Die industrielle Vorgeschichte des Campus Holländischer Platz, Kassel: kassel university press 2012, S. 60-71.

III. Rezensionen und Werkbesprechungen

  • Sebastian Lotto-Kusche über Giesecke, Dana; Welzer, Harald: Das Menschenmögliche. Zur Renovierung der deutschen Erinnerungskultur, Hamburg: Körber-Stiftung 2012, in: H-Soz-u-Kult 16.09.2014, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2014-3-158.

  • Werkbesprechung von Katharina Bauer + Johannes Stein - Think Tank, in: Katalog zur Ausstellung "Eine Art Aufruhr: Aktuelle Kunst in Position zu Politik", hrsg. v. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung 2011, S. 62 f.

IV. Publizistik

  • „Noch besser als in der Heimat“. Wissenschaftler der Uni Kassel über die Lebensbedingungen von Roma [Interview], in: Hessische Niedersächsische Allgemeine, 27.02.2015, S. 2.

  • Angenommen und abgestempelt. Ein Sinto in Deutschland, in: iz3w - Blätter des informationszentrum dritte welt 344 (Ausgabe Sept./Okt. 2014), S. 14.

  • Nach wie vor Vorurteile. Sebastian Lotto-Kusche über die Geschichte der Anerkennung des Völkermords an den Sinti und Roma [Interview], in: Frankfurter Rundschau, 69. Jahrgang, 11.09.2013, S. D2-D3.

  • Zwischen Kunst, KZ und Wissenschaft. Ein Rückblick auf eine Ausstellung in Kassel, in: Blattrot, Ressort Kultur, Nummer 6, Berlin 2012/2013, S. 14.