Humboldt-Universität zu Berlin - Juniorprofessur für Historische Europaforschung

Forschung

Forschungsschwerpunkte

Die Forschungsschwerpunkte von Heike Wieters liegen im Bereich der Zeitgeschichte der Europäischen Integration, der historisch fundierten internationalen Governance-Forschung, im Bereich der globalen Wohlfahrts(-staats) Geschichte  – insbesondere der Altersvorsorge in Europa – sowie im Feld der transnationalen Beziehungs- und Interaktionsgeschichte staatlicher und privater Akteure in Wirtschaft und Gesellschaft.

Heike Wieters hat über die Geschichte Internationaler Organisationen - insbsondere über die Unternehmensentwicklung und Internationalisierung der entwicklungspolitischen Nicht-Regierungsorganisation CARE promoviert. An das Projekt anschließend forscht sie auch weiterhin zur Geschichte Internationaler Beziehungen, über Dynamiken von globalen Nahrungsmärkten, Fragen der Entwicklungspolitik und Ernährungssicherheit sowie über die Geschichte internationaler humanitärer Ideen und Akteure.

Im Bereich der Wohlfahrts(staats)Forschung fokussiert sich Heike Wieters inbesondere auf die Rolle von Unternehmen und Verbänden für Europäisierungs- und Globalisierungsprozesse.

In ihrem aktellen Buchprojekt mit dem Titel "Private Akteure im Wohlfahrtsstaat. Deutsche Lebensversicherungsunternehmen und die Entstehung europäischer Wohlfahrtsmärkte in der Alterssicherung seit 1945" nimmt Heike Wieters den deutschen Wohlfahrtsstaat in seiner transnationalen und europäischen Einbettung in den Blick. Das Projekt untersucht den Einfluss von privaten Lebensversicherungsunternehmen, transnationalen Lobbyorganisationen und internationalen Expertennetzwerken auf den Wandel von Konzepten und Praktiken der Alterssicherung in der Bundesrepublik Deutschland seit 1945. Das Projekt konzentriert sich auf das Wirken privater Akteure, um längere Entwicklungslinien staatlich-industrieller Kooperation (und Konkurrenz) im Wohlfahrtssektor nachzuzeichnen und die neuere Forschung zum "koordinierten Kapitalismus" in mitteleuropäischen Wohlfahrtsökonomien zu ergänzen. Auf der Grundlage von Archivrecherchen in Unternehmensarchiven, Archiven internationaler Organisationen, europäischer Institutionen und transnationaler Lobbygruppen wird beleuchtet, wie sich private Versicherer und berufsständische Versicherungsverbände als sozialpolitische Akteure, institutionelle Investoren und wirtschaftliche Schlüsselakteure im deutschen Wohlfahrtsstaat positionierten und wie sie ihre Unternehmen transformierten, um auf den europäischen Versicherungsmärkten erfolgreich agieren zu können.