Humboldt-Universität zu Berlin - Digital History

Warum Digital History?

Die Digital History beschäftigt sich mit der Entwicklung, Verwendung und explorativen Erprobung digitaler Medien und Methoden in den Geschichtswissenschaften. Sie ist Teil des Digitalisierungsprozesses der Geschichtswissenschaften, den sie aktiv mitgestaltet und zugleich kritisch reflektiert.

 

Die Digital History fördert insbesondere Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien und Werkzeugen in den Geschichtswissenschaften, aber auch darüber hinaus. Wesentliche Schwerpunkte liegen zum einen in der reflektierten und methodenkritischen Adaption und Weiterentwicklung von digitalen Methoden und zum anderen in der Erforschung der digitalen Repräsentation historischer Quellen sowie den mit ihrer Digitalität zusammenhängenden Besonderheiten. Die Quellen können dabei sowohl textueller (beispielsweise mittelalterliche Manuskripte, Urkunden, frühneuzeitliche Briefe oder auch aktuelle Webseiten und Tweets) als auch nicht-textueller Natur sein (wie mittelalterliche Handschriftenminiaturen, visuelle Repräsentationen von Artefakten, Ton- oder Filmaufnahmen, 3D-Modelle etc.). Daneben spielt die Untersuchung der Geschichte des Digitalen samt seiner Auswirkungen auf das Fach und die Gesellschaft eine zentrale Rolle, aber auch die Sondierung neuer Möglichkeiten der Geschichtsvermittlung.

 

Für wen ist der Masterschwerpunkt "Digital History" geeignet?

Die digitalen Geschichtswissenschaften sind für all jene ein spannendes Betätigungsfeld, die sowohl eine Affinität zu geschichtswissenschaftlichen Themen und Inhalten als auch zu technische und methodischen Lösungsstrategien haben. Studierende der Digital History sollten demnach einerseits an den klassischen historischen Fragestellungen und Arbeitsweisen interessiert sein und andererseits ein besonderes Interesse für informatische, mediale und/oder mathematisch-statistische Aspekte mitbringen.

 

Was lernen Sie im Masterschwerpunkt "Digital History"?

Der Masterschwerpunkt "Digital History" bietet Absolvent*innen eines geschichtswissenschaftlichen oder geistes-/kulturwissenschaftlichen Bachelorstudiengangs praxisorientierte Spezialisierungsmöglichkeiten, die neben der fachlichen Vertiefung eine technische Grundausbildung vorsehen, die dazu befähigt, mit digitalen Medien, Methoden und Werkzeugen selbstständig und reflektiert umzugehen.
Die Anwendungsfelder in den digitalen Geschichtswissenschaften sind dabei so vielfältig wie Ihre Forschungsinteressen selbst: Von der Digitalisierung und Kuratierung historischer Quellen, über die Erstellung digitaler Editionen oder komplexer Datenbanken, die Analyse und Visualisierung der Forschungsergebnisse bis hin zur Entwicklung digitaler Vermittlungs- und Visualisierungssysteme für historische Informationen. Die Aufbereitung und Modellierung historischer Daten im Sinne umfassender Wissensspeicher (Stichwort: Linked Data) gehören ebenso dazu wie die computergestützte Rekonstruktion historischer Objekte oder ganzer Städte.
In anwendungsorientierten Forschungsszenarien erwerben Sie neben den klassischen geschichtswissenschaftlichen Fähigkeiten wie der Durchdringung, Strukturierung und Präsentation komplexer Probleme, unter anderem grundlegende Kompetenzen in den Bereichen Semantic Web, Text und Data Mining, X-Technologien, Programmierung (mit Python) oder Machine Learning. Darüber hinaus entwickeln Sie ein Verständnis für Datenstrukturen und Algorithmen und erkunden experimentelle Publikationsformate für die wissenschaftliche Kommunikation der digital erarbeiteten Forschungsergebnisse.

 

Was bringt Ihnen der Masterschwerpunkt "Digital History"?

Ob Sie sich für eine Karriere in Forschung und Wissenschaft, im Kultursektor, in Bibliotheken, Archiven oder Museen, dem Öffentlichen Dienst oder in der Wirtschaft interessieren - Digitalisierung, Daten und informationstechnologische Konzepte und Werkzeuge sind in der heutigen Arbeitswelt allgegenwärtig. Der Masterschwerpunkt "Digital History" bereitet Sie auf die Herausforderungen des modernen Arbeitsalltags vor und qualifiziert Sie durch den vielfältigen Kompetenzerwerb über die klassischen Arbeitsgebiete von Historiker*innen in Forschung und Kultureinrichtungen hinaus.