Humboldt-Universität zu Berlin - Digital History

Lehrveranstaltungen

Hier finden Sie semesterweise die aktuellen und vergangenen Lehrveranstaltungen im Bereich "Digital History".
Die Lehrveranstaltungen finden aktuell digital und in Präsenz statt. Falls Sie aus gegebenen Gründen nicht an den Präsenzveranstaltungen teilnehmen können, melden Sie sich bitte unter digitalhistory@hu-berlin.de.
 
 
Wintersemester 2021/22


Vorlesung: Einführung in die Digital History

Torsten Hiltmann
Mi: 12-14 Uhr - Digital (Link über Moodle)

Beginn: 27.10.2021

Die Digitalisierung spielt auch in den Geschichtswissenschaften eine immer größere Rolle, wo sie in Form der „Digital History“ ihre spezifische Ausformung erfährt. Im Vordergrund stehen dabei die Anwendung neuer digitaler Methoden und deren kritische Reflexion; aber auch Formen der digitalen Geschichtsvermittlung sowie die Auseinandersetzung mit der Digitalisierung als historischem Prozess gehören dazu.

Anschaulich und nachvollziehbar führt die Vorlesung in die Grundlagen der digitalen Geschichtswissenschaften ein. Sie diskutiert deren zentralen Konzepte und vermittelt einen praxisnahen Überblick über die verschiedenen Techniken und Methoden, die hier zur Anwendung kommen: von der digitalen Erfassung historischer Quellen, über die automatische Analyse von Texten und Bildern (u.a. mit Hilfe des Maschinellen Lernens) und die Auswertung und Visualisierung großer Datenbestände (Data Mining) bis hin zur digitalen Repräsentation und Verknüpfung ganzer Wissensbereiche mit Hilfe der Techniken des Semantic Web (z.B. in Form von Knowledge Graphen). Dabei wird immer wieder nach der spezifischen Nutzung dieser Verfahren in den Geschichtswissenschaften sowie deren methodologischen und epistemologischen Implikationen gefragt.

Ziel der Vorlesung ist es, Ihnen einen ersten und grundlegenden Einblick in die Digital History als Teildisziplin der Geschichtswissenschaften zu vermitteln, so dass Sie am Ende die wesentlichen Konzepte und Methoden kennen und die damit verbundenen Möglichkeiten diskutieren können, aber auch die Herausforderungen und Schwierigkeiten, die mit diesen einhergehen. Vorkenntnisse sind ausdrücklich nicht notwendig!

Die Lehrveranstaltung in Agnes (51404) 

 

 

Masterseminar: Uneindeutig, lückenhaft, komplex - historische Daten als Sonderfall? Die digitale Repräsentation geschichtswissenschaftlicher Informationen zwischen Theorie und Praxis

Torsten Hiltmann
Do: 10-12 Uhr - Präsenz: Friedrichstraße 191, Raum 4026

Beginn: 28.10.2021

Daten sind der Rohstoff des 21. Jahrhunderts. Auch in den Geschichtswissenschaften erleben wir aktuell einen grundlegenden Wandel hin zu einer zunehmend datengetriebenen Forschung und Kommunikation. So gut wie kein Projekt kommt heutzutage mehr ohne die Verarbeitung und Produktion von Daten aus. Doch was sind eigentlich Daten im geschichtswissenschaftlichen Kontext? Und vor allem: Inwieweit stellen geschichtswissenschaftliche Daten einen Sonderfall dar? So wird etwa immer wieder betont, dass dieses sich in besonderer Weise durch Uneindeutigkeit, Lückenhaftigkeit und Komplexität auszeichnen, was wiederum zu besonderen Herausforderungen für die Darstellung historischer Informationen und deren Visualisierung führt.

Im Rahmen des Seminars wollen wir die ganze Bandbreite geschichtswissenschaftlicher (Forschungs-)Daten in den Blick nehmen und sie auf diese Aussagen hin näher untersuchen - angefangen bei den Digitalisaten und ihren Metadaten über die darauf aufbauenden Texte und  Annotationen bis hin zu den daraus extrahierten historischen Informationen. Dabei wollen wir uns sowohl theoretisch wie praktisch mit den genannten Besonderheiten auseinandersetzen und im Spannungsfeld zwischen Quelle und Daten zugleich die Grundlagen historischen Wissens und historischer Wissensproduktion hinterfragen.

Für die Teilnahme am Seminar sind keine technischen oder mathematischen Vorkenntnisse notwendig.

Die Lehrveranstaltung in Agnes (51437)

 

 

Forschungsseminar: Praxislabor Digital History

Torsten Hiltmann
Do: 12-14 Uhr - Präsenz: Friedrichstraße 191, Raum 4026

Beginn: 28.10.2021

Ziel des Forschungsseminars ist es, die Teilnehmer*innen dabei zu unterstützen, eigene Forschungsideen mit einem Schwerpunkt in der Digital History zu entwickeln und umzusetzen, die am Ende zu eigenen Abschlussarbeiten führen können. Das Seminar ist dabei an keine spezifischen Themen, Epochen oder digitalen Methoden gebunden. Es richtet sich an alle, die in einem geschützten Rahmen über Ideen und Ansätze diskutieren und gemeinsam neue Forschungsdesigns ausprobieren wollen. Daneben können natürlich auch ganz praktische Fragen hinsichtlich der Umsetzung der eigenen Masterarbeit besprochen werden. Zugleich bietet das Forschungsseminar die Gelegenheit, zusammen über verschiedene aktuelle Ansätze und Methoden zu diskutieren und diese gemeinsam an ausgewählten Beispielen zu testen. Falls Sie schon Ideen für Ihre Arbeiten haben oder sich für bestimmte Themen oder Methoden besonders interessieren, können Sie sich gern schon im Vorfeld per Email melden (digitalhistory@hu-berlin.de).

Die Lehrveranstaltung in Agnes (51498)

 

 

Übung: Data Literacy für die Geschichtswissenschaften - Grundlegende Technologien und Werkzeuge der Digital History

Torsten Hiltmann
Fr: 10-12 Uhr - Präsenz: Friedrichstraße 191, Raum 4031

Beginn: 29.10.2021

Der Umgang mit digitalen Medien, Werkzeugen und Daten gehört mittlerweile zu den grundlegenden Fertigkeiten moderner Gesellschaften und wird mehr und mehr auch zu einer zentralen Voraussetzung für das spätere Berufsleben von Historiker*innen – ob an der Universität, in Archiven, Bibliotheken oder Verlagen, aber auch weit darüber hinaus.

Im Rahmen der Übung werden Sie grundlegende Technologien und Werkzeuge hierfür kennenlernen und sich damit das notwendige Rüstzeug für die historische Arbeit mit digitalen Daten und Methoden aneignen. Zugleich erwerben Sie ganz nebenbei allgemeine informationstechnologische Kompetenzen, die Sie auf die digitale Arbeitswelt vorbereiten. Dazu gehören ein grundlegendes Verständnis von Algorithmen und Datenmodellen ebenso wie der Umgang mit offenen Datenformaten (XML, JSON), die Bereinigung der Daten mit OpenRefine und die Arbeit mit den allgegenwärtigen regulären Ausdrücken für die Metasuche über Textdaten (Regex), die Erstellung von Georeferenzierungen und deren Visualisierung wie schließlich auch die nachhaltige Sicherung und Versionierung ihrer Daten mit Git. Die Übung vermittelt Ihnen anhand einfach zugänglicher Beispiele die grundlegende Data Literacy für die Arbeit mit digitalen Forschungsdaten und Werkzeugen im Geschichtsstudium, die aber auch weit darüber hinaus eingesetzt werden können.

Die Veranstaltung funktioniert zugleich als begleitende Übung zur Einführungsvorlesung “Einführung in die Digital History”. Technische oder mathematische Vorkenntnisse sind keine notwendig!

Die Lehrveranstaltung in Agnes (51460)

 

Übung: Programmieren für Historiker*innen mit Python (I)

Melanie Althage
Di: 16-18 Uhr - Digital

Beginn: 26.10.2021

Daten sind der „Rohstoff“ des 21. Jahrhunderts. Auch in den Geschichtswissenschaften werden sie zunehmend als Forschungsressource relevant. Nicht nur die Zahl der öffentlich verfügbaren digitalisierten historischen Quellenbestände nimmt stetig zu, sondern auch die Produktion der genuin digitalen Daten in Sozialen Medien, Wissenschaftsblogs, Foren, Webseiten, Datenbanken oder auch Fachportalen. Gleich ob die geschichtswissenschaftlichen Fragestellungen sich auf die mittelalterliche oder jüngste Zeitgeschichte beziehen, Programmierkenntnisse können auf vielfältige Weise das historische Arbeiten ergänzen, um sich die digital verfügbaren Informationen zunutze zu machen. Sie bieten zum einen das Handwerkszeug, um effizient Daten zu sammeln, organisieren, verarbeiten und analysieren. Zum anderen sensibilisiert der Umgang mit Programmiersprachen für die Funktionsweise der Algorithmen und Werkzeuge die wir in den Digital Humanities verwenden.

In der Übung werden die Grundlagen der Skriptsprache Python gemeinsam erarbeitet. Python ist eine weit verbreitete, einfach zu lernende und lesende Programmiersprache, die sowohl in den Data Science als auch der Softwareentwicklung in (außer-)universitären Forschungseinrichtungen ebenso wie in der Industrie zum Einsatz kommt. Ziel der Übung ist es, geschichtswissenschaftliche Anwendungsszenarien zu identifizieren und diese selbstständig und problemorientiert zu lösen. Zugeschnitten auf den geschichtswissenschaftlichen Arbeitsprozess werden Grundkenntnisse im algorithmischen Denken, zentraler Datentypen und -strukturen sowie der Python-Syntax vermittelt.

Die Übung richtet sich an Masterstudierende. Programmiererfahrungen sind nicht erforderlich.

Die Lehrveranstaltung in Agnes (51459)

 

Übung: Von der digitalisierten Buchseite zum digitalen Text. Automatische Texterkennung am Beispiel edierter mittelalterlicher Stadtchroniken

Torsten Hiltmann/Carolin Odebrecht
Fr: 12-14 Uhr - Präsenz: Friedrichstraße 191, Raum 4026

Beginn: 29.10.2021

Texterkennung, also die Umwandlung einer gescannten Buchseite in einen Volltext, ist einer der ersten und wesentlichsten Schritte bei der Aufbereitung von Daten für die Geisteswissenschaften. Solche Verfahren werden häufig durch das Maschinelle Lernen unterstützt, so dass sie auch auf nichtstandardisierte historische Quellen angewendet werden können. Der eigentliche Prozess ist dabei deutlich komplexer, als man bisweilen annimmt. In unserer Übung werden wir auf Grundlage der Software OCR4all diese Verfahren entsprechend Schritt für Schritt an den Chroniken der deutschen Städte anwenden, wie sie in der Zeit zwischen 1862 und 1931 zumeist in einer Mischung von Frakturschrift und Antiqua als Editionen erschienen. Wir werden lernen, wie textbasierte Forschungsdaten entstehen, wie sie mit Hilfe der von der Text Encoding Initiative (TEI) bereitgestellten Richtlinien aufbereitet und schließlich als geisteswissenschaftliche bzw. historische Forschungsdaten veröffentlicht werden. Sie lernen die konkreten Grundlagen dieser Quellen kennen, machen sich mit digitalen Textmodellen vertraut und setzen sich mit den einzelnen konkreten Schritten der Texterkennungsverfahren auseinander. In kleinen Projektgruppen werden Sie dabei auch selbst solche Daten produzieren. Am Ende wollen wir dann anhand des gemeinsam erarbeiteten Beispiels gemeinsam über das digitale Forschungsparadigma und dessen Möglichkeiten und Grenzen diskutieren.
Die Veranstaltung findet als Kooperation zwischen der Digital History der Philosophische Fakultät und dem Forschungsdatenmanagement der Sprach- und literaturwissenschaftlichen Fakultät statt, in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Philologie und Digitalität der Universität Würzburg.

Die Lehrveranstaltung in Agnes (51351)

 

Übung: Kaiserlicher Alltag digital. Die Journale der diensthabenden Flügeladjutanten Wilhelms II. als digitale Edition (1906-1913)

Anja Bittner/Frederike Neuber/Jan Wierzoch
Do: 14-16 Uhr - Digital

Der Kaiser hatte ausgefüllte Tage. Das deuten zumindest die Journale an, die seine Adjutanten täglich führten, und, die derzeit an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften digital ediert und publiziert werden. Diese historischen Quellen bilden den Ausgangspunkt bzw. Gegenstand der stark praxisorientierten Veranstaltung, die den Studierenden Einblicke in die editorische Arbeit von Historiker*innen geben wird und dabei sowohl fachwissenschaftliche als auch digitale Kompetenzen vermittelt. Dazu zählen u.a. Kenntnisse über den historischen Kontext der Quellen, ihrer Aufbewahrung und Digitalisierung. Zentral für die editorische Arbeit ist das Lesen bzw. Transkribieren der Texte, was gemeinsam erlernt bzw. eingeübt wird, und sowohl die Entzifferung der alten Schriften als auch die Repräsentation der Texte in Daten betrifft. Die digitale Modellierung der Quellen erfolgt mit der eXtensible Markup Language (XML) nach den Richtlinien der Text Encoding Initiative (TEI), und damit mit etablierten Technologien für die Erfassung von Texten in wissenschaftlichen Editionen. Im Zusammenhang mit der Frage, wie die Journale weiter erschlossen werden können, z.B. durch Kommentierungen oder Register, wird außerdem die Formalisierung von Metadaten und die Verwendung von Normdaten thematisiert. Grundsätzlich sollen die Studierenden ein Verständnis dafür entwickeln, was es bedeutet, historisches Quellenmaterial in Daten zu formalisieren, und welche Potentiale digitale Editionen bieten. Während der Veranstaltung werden die Studierenden an noch nicht publiziertem Quellenmaterial arbeiten, das, wenn möglich, im Anschluss im Rahmen der bestehenden digitalen Edition publiziert werden soll.  

Diese Übung wird von der Digital Humanities-Abteilung „TELOTA“ sowie dem Vorhaben „Anpassungsstrategien der späten mitteleuropäischen Monarchie am preußischen Beispiel 1786 bis 1918“ an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften organisiert. Vorkenntnisse in konkreten Methoden der Digital History und Digital Humanities sind nicht erforderlich.

Das Seminar wird als Mischform synchroner und asynchroner Unterrichtsformen stattfinden. Für die Teilnahme am Seminar und die Bearbeitung des praktischen Teils werden ein internetfähiger Computer sowie die Bereitschaft, Software zu installieren, vorausgesetzt.

Die Lehrveranstaltung in Agnes (51461)

 

Übung: Digitalisierung historischer Schriftquellen in der Praxis - Hinter den Kulissen der Staatsbibliothek zu Berlin

Melanie Althage
Do: 16-18 Uhr - Digital/Präsenz

Beginn: 21.10.2021

Bereits 2009 betonte die Deutsche Forschungsgemeinschaft, Digitalisierung stelle für wissenschaftliche Informationseinrichtungen im 21. Jahrhundert eine reguläre Dienstleistung und gerade kein ‚Elitemerkmal‘ dar. Demgemäß betreibt die Staatsbibliothek zu Berlin als größte wissenschaftliche Universalbibliothek im deutschsprachigen Raum und gerade in ihrer Funktion einer Kustodin des nationalen schriftlichen Kulturerbes seit vielen Jahren ein leistungsfähiges Digitalisierungszentrum, in dem neben vielfältigen materialspezifischen Reproduktionstechnologien auch Scan-Robotik zum Einsatz kommt. Die zahlreichen dort durchgeführten, vorwiegend aus Drittmitteln finanzierten Digitalisierungsprojekte reichen von Massenvorhaben – z.B. im Rahmen der nationalen VD-Kampagnen oder von Europeana – bis hin zur konservatorisch begleiteten Boutique-Digitalisierung etwa von mittelalterlichen Handschriften und fragilen Sondermaterialien.

Ziel der Veranstaltung ist es, vertiefte Praxiseinblicke in den gesamten Prozess der Digitalisierung historischer Schriftquellen unterschiedlicher Materialität aus dem Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin zu eröffnen – vom Scan eines Objekts bis hin zu dessen Vermittlung an verschiedene Publika aus Forschung und Kultur. Denn die Kenntnis der technischen Parameter des Digitalisierungsvorgangs – so die hier zugrundeliegende Leitthese – ist unverzichtbares Werkzeug im Instrumentarium der historischen Hilfswissenschaften und Ausgangspunkt jeder digitalen Quellenkritik.

Die Lehrveranstaltung in Agnes (51462)

 

 

**NEU HINZUGEKOMMEN**

Übung: Introduction to Computational Text Analysis for Historians

Marco Rovera
Blockveranstaltung - Präsenz

Date: 1 - 3 March 2022
In addition, there is an optional Python crash course on 24 and 25 February 2022 to prepare for the course.

This course aims at providing an introduction to Computational Text Analysis for History scholars. The course is designed to provide the theoretical fundamentals of the discipline, supported by concrete examples and hands-on sessions. By using established off-the-shelf tools, the students will familiarize with a standard processing pipeline and with the principles of Text Analytics, as well as with basic Information Extraction techniques (with focus on Named-Entity Recognition).

Prerequisites: a basic knowledge of the Python programming language (variables, datatypes, working with files, control flow) is very welcome, but not a requirement. A refresher about the mentioned programming topics will be given before the start of the course (approximately one week before, more information will be provided).

Outcome: as a result of attending the course, students should be able to instantiate a Text Analysis pipeline on a new text and automatically extract information from it, as well as to adapt the pipeline to their own purposes.

Language: the course will be held in English.
If you are interested in this class, please also write a message to marco.rovera@hu-berlin.de.

Die Lehrveranstaltung in Agnes (51476)

 

 

Kolloquium: Offenes Forschungskolloquium "Digital History"

Torsten Hiltmann
Mi: 16-18 Uhr - Digital

Beginn: 03.11.2021

Im Zentrum des Kolloquiums stehen die Anwendung digitaler Werkzeuge und Methoden in den Geschichtswissenschaften und deren methodisch-kritische Reflexion. Dabei sollen aktuelle Arbeiten vorgestellt und an konkreten Beispielen diskutiert werden, welche Fragestellungen, Daten und Materialien sich mit welchen Verfahren bearbeiten lassen, welche Möglichkeiten sich daraus für die Geschichtswissenschaften ergeben, aber auch wo deren Grenzen liegen. Zugleich soll das Kolloquium die aktuellen Debatten rund um die digitalen Geschichtswissenschaften aufgreifen und ihnen einen festen Platz bieten. Dabei werden hin und wieder auch die Grenzen zu anderen Bereichen der Digital Humanities überschritten, um neue Ideen und kreative Anregungen für unser eigenes historisches Arbeiten zu erhalten.

Das Kolloquium ist offen für alle, die sich für die digitalen Geschichtswissenschaften interessieren. Das Programm wird rechtzeitig zu Semesterbeginn auf dem lehrstuhleigenen Blog https://dhistory.hypotheses.org/ veröffentlicht. Zudem existiert eine offene Mailingliste für das Forschungskolloquium, über die zeitnah die einzelnen Vorträge angekündigt werden.

 

 

 

Weitere Lehrveranstaltungen in den digitalen Geschichtswissenschaften am IfG: 
 

Übung: Datenbanken in der Alten Geschichte

Andreas Kohring
Fr: 14-16 Uhr - Digital

Die Studierenden üben grundlegende EDV-gestützte Arbeitstechniken in den Bereichen Informationsgewinnung, -verarbeitung und Kommunikation im Bereich der Altertumswissenschaften. Besondere Schwerpunkte sind dabei die althistorisch relevanten Text- und Literaturdatenbanken.

Die Lehrveranstaltung in Agnes (51253)

 

Übung: Social Distancing historisch. Globale Sozialgeschichte des Abstandhaltens im 20./21. Jh. mit Methoden der digital history

Felix Römer
Di: 18-20 Uhr - Präsenz: Friedrichstraße 191, Raum 5009

Warum hielten Berlinerinnen oder Londoner noch zu Beginn des 20. Jh. im Alltag kaum Abstand voneinander, während sie im frühen 21. Jh. sorgsam auf ihren „personal space“ achteten? Und was hat es zu bedeuten, wenn sich in einer Gesellschaft die Präferenzen für soziale Mindestabstände verändern?

Die soziale Praxis des Abstandhaltens hat eine lange Geschichte und war seit dem frühen 20. Jh. Gegenstand verschiedener Disziplinen wie der Philosophie, Kulturanthropologie, Soziologie und Sozialpsychologie, wurde jedoch bis heute kaum aus historischer Perspektive betrachtet.

In der Übung werden wir den sozialen Mindestabstand historisieren. Hierzu machen wir uns mit der interdisziplinären Forschung zur interpersonellen Distanz und nonverbalen Kommunikation vertraut und nehmen für Fallstudien diverse Weltregionen vergleichend in den Blick.

Wir werden versuchen, den Wandel der Körpersprache in größere soziale, ökonomische und politische Kontexte einzuordnen, indem wir verschiedene geschichtswissenschaftliche Perspektiven kombinieren, von der Sozialgeschichte über die Wissenschaftsgeschichte bis hin zur Körper- und Geschlechtergeschichte.

Zudem werden wir in der Übung ein neues digitales Analyseinstrument kennen lernen und erproben, eine Methode, die aus der Kriminalistik stammt und dazu verwendet werden kann, physische Abstände in historischen Photographien zu vermessen.

Der Kurs findet überwiegend synchron statt

Die Lehrveranstaltung in Agnes (51454)

 

Sommersemester 2021

 

Masterseminar: Linked Data und Semantic Web als Schlüsseltechnologien der digitalen Geschichtswissenschaften

Torsten Hiltmann
Fr: 10-12 Uhr

Wenn es um die Vernetzung und Modellierung von historischen Informationen und geschichtswissenschaftlichen Wissensressourcen geht, entwickelt sich das Semantic Web zunehmend zu einem der zentralen Werkzeuge der digitalen Geschichtswissenschaften. In immer mehr Projekten und Infrastrukturen spielen Linked Data, Ontologien und Knowledge Graphen eine zentrale Rolle. Damit sind große Potentiale verbunden, aber auch nicht wenige Herausforderungen, die zum Teil noch immer ungelöst sind.

Ein erstes Ziel des Masterseminars ist es, Sie als Teilnehmende mit den grundlegenden Funktionsweisen des Semantic Web vertraut zu machen, um dann in einem zweiten Schritt gemeinsam an ausgewählten Beispiele die mit dessen Einsatz in den Geschichtswissenschaften verbundenen methodischen und theoretischen Fragen zu diskutieren. Die Möglichkeiten und Grenzen von Interoperalität spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle wie Fragen der Repräsentation von Raum und Zeit oder auch von Personen und Ereignissen. Während das Thema in der Informatik schon weitgehend ausdiskutiert scheint, entstehen durch die konkrete Anwendung in den Geisteswissenschaften neue Herausforderungen, die wir im Seminar beschreiben und mit Blick auf mögliche Lösungen hin diskutieren wollen.

Zur Vorbereitung kann man z. B. gern in den Selbstlernkurs am HPI schauen: https://open.hpi.de/courses/semanticweb2016/

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51445)

 

Übung: Erstellung einer Ontolgie am Beispiel der "Heraudica"-Datenbank zu Herolden in mittelalterlichen Quellen (Datenprojekt)

Torsten Hiltmann
Fr: 12-14 Uhr

Mittelalterliche Herolde hatten in unterschiedlichen Kontexten ganz unterschiedliche Funktionen. Mal waren sie Ausrufer, mal Boten, Diplomaten oder auch Spione. Vor allem aber waren sie besondere Kenner der höfischen Gesellschaft und als Berichterstatter für ritterliche und höfische Ereignisse aller Art hoch geschätzt. Denn schon von Amts wegen waren Sie dazu verpflichtet, die Welt zu durchreisen und von allem, was sie sahen, stets die Wahrheit zu berichten. Seit seiner ersten Erwähnung am Ende des 12. Jahrhunderts hat das Amt damit eine vielfältig schillernde und für viele Forschungsfragen hoch anschlussfähige Entwicklung durchlebt, die bislang jedoch kaum aufgearbeitet ist. Mit über 10.000 zum Teil detailliert annotierten Quellenauszügen bietet die in langjähriger Arbeit entstandene Datenbank “Heraudica” dafür einen herausragenden Ausgangspunkt. Allein, die Datenbank liegt aktuell noch allein als relationale Datenbank in einem proprietären Format vor. Um die darin enthaltenen Informationen tatsächlich nutzbar zu machen, müssen die Daten in ein offenes und interoperabel anschlussfähiges Format übertragen werden. Ziel dieser stark praxisorientierten Übung ist es daher, die in der Datenbank enthaltenen Daten in das Semantic-Web-Format RDF umzuwandeln und dafür eine eigene Ontologie zu entwickeln, die die Daten interoperabel und vielfältig abfragbar macht. Dabei geht es v. a. um die Modellierung der verschiedenen Tätigkeitsfelder der Herolde, aber auch um Zeiten, Orte und Ereignisse, bis hin zur interoperablen Einbindung weiterer Quellen wie z. B. Texte und Handschriften, die von Herolden verfasst bzw. angefertigt oder besessen wurden. Auf dieses Weise soll das in der Datenbank enthaltene explizite wie implizite Wissen erschlossen und auch anderen Projekten zur Verfügung gestellt werden. Wenn möglich, soll am Ende die Publikation dieser Daten stehen.

Vorkenntnisse sind nicht nötig. Der gleichzeitige Besuch des Masterseminars “Linked Data und Semantic Web” wird empfohlen.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51355)

 

Übung: Computer Vision und Machine Learning in der geschichtswissenschaftlichen Praxis (am Beispiel mittelalterlicher Wappen und Wasserzeichen)

Torsten Hiltmann / Clemens Neudecker / Nicole Eichenberger
Do: 12-14 Uhr

“Künstliche Intelligenz” und hier insbesondere die Verfahren des Maschinellen Lernens sind aktuell sehr angesagt. Dass damit auch für die historische Forschung erhebliche Potentiale verbunden sind, liegt auf der Hand. Nur müssen diese auch genutzt werden. Ziel der Übung ist es daher, die Teilnehmenden in die grundlegenden Funktionsweisen des Maschinellen Lernens einzuführen und diese anhand ausgewählter Anwendungsszenarien zu diskutieren. In einem zweiten Schritt sollen diese Verfahren dann an einem ganz konkreten Projekt selbst angewandt und ihr Einsatz mit Blick auf die besonderen Anforderungen der Geschichtswissenschaften zugleich methodisch-kritisch begleitet werden. Im Zentrum stehen dabei Verfahren der automatischen Bildanalyse, die es z.B. erlauben, Abbildungen aus umfangreichen Bilddatensets automatisch bestimmten Motivklassen zuzuordnen und ähnlichkeitsbasierte Suchanfragen durchzuführen. Den Einsatz dieser Verfahren wollen wir dabei am Beispiel der mittelalterlichen Wasserzeichen testen, die seit dem Beginn der Papierproduktion im 13. Jahrhundert von den jeweiligen Papiermühlen als Markenzeichen in die Papiere eingefügt wurden und die heute mitunter das einzige Hilfsmittel darstellen, um die auf diesem Schreibmaterial festgehaltenen Texte und Abbildungen näher zu datieren und einzuordnen. Durch die große Anzahl der verwendeten Wasserzeichen und die oft nur kleinen visuellen Differenzen ist dies bislang ein schwieriges und zeitaufwändiges Unterfangen, das durch den Einsatz maschineller Methoden erheblich vereinfacht werden könnte. Darüber hinaus eröffnen sich dadurch auch Perspektiven, bisher nur schlecht datierte Quellen neu einzuordnen und somit neue historische Erkenntnisse zu gewinnen.

Diese Übung wird von der Professur Digital History und der Staatsbibliothek zu Berlin gemeinsam organisiert.

Die Veranstaltung richtet sich an Studierende der Geschichtswissenschaften ebenso wie an interessierte Informatikstudierende. Vorkenntnisse sind nicht notwendig.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51356)

 

Grundlagen des digitalen Edierens

Nadine Arndt / Frederike Neuber
Do: 12-14 Uhr

Digitales Edieren ist ein zentraler Baustein der digitalen Transformation in den Geschichtswissenschaften. Der gegenwärtige Medienwandel und die Verwendung von modernen Informationstechnologien wirken sich nicht nur auf die Zugänglichkeit und Sichtbarkeit von Editionen aus, sie verändern auch die methodische Herangehensweise an die kritische Aufbereitung von Quellenmaterial. Das Seminar gibt einen Überblick über gängige Tools, Anforderungen und Workflows des digitalen Edierens. Neben allgemeinen Konzepten und Technologien stehen vor allem die eXtensible Markup Language (XML) sowie die Richtlinien der Text Encoding Initiative (TEI) im Mittelpunkt, die etablierte Standards für die Auszeichnung von Texten wissenschaftlicher Editionen sind. Weiterhin werden die Rolle von Metadaten, der Einsatz von Normdaten und die Verwendung von Schemata thematisiert sowie Grundfertigkeiten in der Anwendung von Abfrage- und Transformationssprachen (XPath, XSLT) vermittelt.

Das Seminar wird als Mischform synchroner und asynchroner Unterrichtsformen stattfinden. Für die Teilnahme am Seminar und die Bearbeitung des praktischen Teils werden ein internetfähiger Computer sowie die Bereitschaft, Software zu installieren, vorausgesetzt.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51468)

 

Mining History - Programmieren für Historiker*innen II (Python) - Aufbaukurs

Melanie Althage / Philipp Schneider
Do: 14-16 Uhr

Daten sind der „Rohstoff" des 21. Jahrhunderts. Auch in den Geschichtswissenschaften werden sie zunehmend als Forschungsressource relevant. Nicht nur die Zahl der öffentlich verfügbaren digitalisierten historischen Quellenbestände nimmt stetig zu, sondern auch die Produktion der genuin digitalen Daten in Sozialen Medien, Wissenschaftsblogs, Foren, Webseiten, Datenbanken oder auch Fachportalen. Gleich ob die geschichtswissenschaftlichen Fragestellungen sich auf die mittelalterliche oder jüngste Zeitgeschichte beziehen, Programmierkenntnisse können auf vielfältige Weise das historische Arbeiten ergänzen und dazu beitragen, sich die digital verfügbaren Informationen zunutze zu machen.

Doch wie kann dieses Zunutzemachen konkret aussehen? In der Übung werden Methoden zur Auswertung digitaler und digitalisierter historischer Quellen vermittelt. Diese Methoden werden von Ihnen als Teilnehmer*innen direkt an konkreten Quellenkorpora mit konkreten Fragestellungen erprobt. Dabei arbeiten wir mit Briefsammlungen (https://correspsearch.net/index.xql?l=de), Urkunden (https://www.monasterium.net/mom/home) und geschichtswissenschaftlichen Rezensionen (https://www.recensio.net/front-page). Diese können etwa über Data Mining, Datenvisualisierung oder Verfahren des Natural Language Processing erschlossen werden. Durch die Vermittlung fortgeschrittener Programmierkenntnisse können diese Methoden in der Übung direkt angewendet werden.

Für die erfolgreiche Teilnahme an der Übung werden grundlegende Kenntnisse der Programmierung in Python vorausgesetzt. Folgende Inhalte sollten Ihnen vertraut sein oder entsprechende Kompetenzen vorbereitend auf die Veranstaltung erworben werden: grundlegende Datentypen (Strings, Integers, Float, Listen, Dictionaries), bedingte Anweisungen und Schleifen, Arbeit mit Funktionen, externen Libraries und Dateien.

Vorkenntnisse in konkreten Methoden der Digital History und Digital Humanities sind nicht erforderlich.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51469)

 

Offenes Forschungskolloquium "Digital History"

Torsten Hiltmann
Mi: 16-18 Uhr

Im Zentrum des Kolloquiums stehen die Anwendung digitaler Werkzeuge und Methoden in den Geschichtswissenschaften und deren methodisch-kritische Reflexion. Dabei sollen aktuelle Arbeiten vorgestellt und an konkreten Beispielen diskutiert werden, welche Fragestellungen, Daten und Materialien sich mit welchen Verfahren bearbeiten lassen, welche Möglichkeiten sich daraus für die Geschichtswissenschaften ergeben, aber auch wo deren Grenzen liegen. Zugleich soll das Kolloquium die aktuellen Debatten rund um die digitalen Geschichtswissenschaften aufgreifen und ihnen einen festen Platz bieten. Über die fest integrierten Vorträge der “Data for History Lectures” bietet das Kolloquium zugleich auch eine Anbindung an die internationale Forschungsdebatte. Hin und wieder werden wir zudem die Grenzen der digitialen Geschichtswissenschaften überschreiten, um kreative Projekte und Ideen auch aus anderen digitalen Fächern kennenzulernen und entsprechende Anregungen für unser eigenes historisches Arbeiten zu diskutieren.

Das Kolloquium ist offen für alle, die sich für die digitalen Geschichtswissenschaften interessieren. Das Programm wird rechtzeitig zu Semesterbeginn auf dem lehrstuhleigenen Blog https://dhistory.hypotheses.org/ veröffentlicht. Zudem existiert eine offene Mailingliste für das Forschungskolloquium, über die die einzelnen Vorträge zeitnah angekündigt werden.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51355)

 


 

Wintersemester 2020/2021

 

Vorlesung: Einführung in die Digital History

Torsten Hiltmann

Digital History ist die Auseinandersetzung mit der digitalen Transformation in den Geschichtswissenschaften. Im Vordergrund steht dabei die Anwendung neuer computerbasierter Methoden und deren kritische Reflexion. Aber auch Formen der digitalen Geschichtsvermittlung sowie die Auseinandersetzung mit der Digitalisierung als historischem Prozess gehören dazu.

Die Vorlesung führt anschaulich und nachvollziehbar in die Grundlagen der digitalen Geschichtswissenschaften ein. Sie diskutiert die zugrundliegenden Konzepte und vermittelt einen praxisnahen Überblick über die verschiedenen Techniken und Methoden, die hier zur Anwendung kommen: von der digitalen Erfassung historischer Quellen, über die automatische Analyse von Texten und Bildern (u.a. mit Hilfe des Maschinellen Lernens) oder die Auswertung und Visualisierung großer Datenbestände (Data Mining) bis hin zur digitalen Repräsentation und Verknüpfung ganzer Wissensbereiche auf Grundlage der Techniken des Semantic Web (z.B. in Form von sogenannten Knowledge Graphen). Dabei wird immer wieder nach der spezifischen Nutzung dieser Verfahren in den Geschichtswissenschaften sowie deren methodologischen und epistemologischen Implikationen gefragt.

Ziel der Vorlesung ist es, einen ersten Einblick in die Digital History als Teildisziplin der Geschichtswissenschaften zu vermitteln und die damit verbundenen Potentiale und Herausforderungen aufzuzeigen. Vorkenntnisse sind ausdrücklich nicht notwendig.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51406)

 

Forschungsseminar: Praxislabor „Digital History“

Torsten Hiltmann

Ziel des Forschungsseminars ist es, die Teilnehmer*innen dabei zu unterstützen, eigene Forschungsideen mit einem Schwerpunkt in der Digital History zu entwickeln und umzusetzen, die am Ende zu eigenen Abschlussarbeiten führen können. Das Seminar ist dabei an keine spezifischen Themen, Epochen oder digitalen Methoden gebunden. Es richtet sich an alle, die in einem geschützten Rahmen über Ideen und Ansätze diskutieren und gemeinsam neue Forschungsdesigns ausprobieren wollen. Daneben können natürlich auch ganz praktische Fragen hinsichtlich der Umsetzung der eigenen Masterarbeit besprochen werden. Zugleich bietet das Forschungsseminar die Gelegenheit, zusammen über verschiedene aktuelle Ansätze und Methoden zu diskutieren und diese gemeinsam an ausgewählten Beispielen zu testen. Dabei greift das Seminar den Ansatz des “Thinkering” auf, des praktischen explorativen Erkundens digitaler Methoden und Ansätze. Es soll damit allen Interessierten ein gemeinsames Praxislabor im besten Sinne des Wortes bieten. Falls Sie schon Ideen für Ihre Arbeiten haben oder sich für bestimmte Themen oder Methoden besonders interessieren, können Sie sich gern schon im Vorfeld per Email melden (digitalhistory@hu-berlin.de).

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51495)

 

Masterseminar: Geschichte der digitalen Geschichtswissenschaften

Torsten Hiltmann

Auch wenn es nicht so scheinen mag, so können die digitalen Geschichtswissenschaften doch bereits auf eine längere Geschichte zurückblicken. Ihre Wurzeln liegen in den 1960er Jahren, als erstmals in größerem Maße computerbasierte Methoden für die historischen Forschung nutzbar gemacht wurden. Seitdem gibt es immer wieder Konjunkturen, ohne dass die dabei entwickelten Ansätze tatsächlich eine größere Verbreitung gefunden hätten. Stattdessen scheint der Diskurs immer wieder von übertriebenen Erwartungen und generalisierender Skepsis geprägt zu sein. Dabei werden scheinbar immer wieder die gleichen Fragen diskutiert, ohne dass sich daraus tatsächlich ein eigener Diskurs entwickelt hätte. Neben einer kontinuierlichen Neuerungsbehauptung schien sich dabei bislang kaum eine eigene Forschungstradition herauszubilden, auf deren Grundlage sich die digitalen Geschichtswissenschaften als eigene Teildisziplin hätten entwickeln können.

Zumindest scheint dies so. Dies zu prüfen, ist Anliegen des Masterseminars. Mit welchen Fragen haben sich die digitalen Geschichtswissenschaften bislang beschäftigt, was wurde wann und wie diskutiert und beforscht und warum? Welchen Zusammenhang gab es zur allgemeinen technischen Entwicklung? Welche Bezüge bestanden zwischen den einzelnen Konjunkturen? Welche unterschiedlichen Akzente wurden jeweils gesetzt und inwieweit bauen die unterschiedlichen Diskussionen tatsächlich aufeinander auf? Letztlich, inwieweit haben sich in den digitalen Geschichtswissenschaften einzelne Schwerpunkte herausgebildet?

Grundlage für das Seminar ist die Annahme, dass erst eine solche Lektüre und kritische Reflexion der bisherigen Forschung uns in die Lage versetzt, die digitalen Geschichtswissenschaften als eigenes Feld weiterzuentwickeln. Im Rahmen des Seminars wollen wir zu einer solchen Grundlagenarbeit beitragen. Fragen wie die nach Innovation, Konjunktur und Diskurs bilden dafür den übergeordneten Rahmen. Ein grundsätzliches Interesse an digitalen Methoden und historischen Entwicklungen ist hierfür ausreichende Grundlage.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51436)

 

Masterseminar: Digitale Korpora und Sammlungen für die Geschichtswissenschaften. Konzepte - Strukturen - Potentiale für die Forschung

Rüdiger Hohls

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51437)

 

Übung: Die historische Zunft im Web - Mit Text und Data Mining der digitalen Fachkommunikation auf der Spur

Melanie Althage

Das World Wide Web avancierte seit der Mitte der 1990er Jahre im Verbund mit Internetdiensten wie der E-Mail zum Nukleus der interpersonellen Kommunikation, wodurch sich die gebräuchlichen Kommunikationsverfahren sowie die Mediennutzung im Beruflichen wie im Privaten grundlegend wandelten. Auch die Geschichtswissenschaften entdeckten die Potenziale dieser neuen Infrastruktur früh für sich. Neben etablierten Kommunikationsformen wie den wissenschaftlichen Print-Publikationen im Buch- oder Zeitschriftenformat findet der fachwissenschaftliche Austausch heute zu einem wesentlichen Teil online statt: Soziale Medien, wissenschaftliche Blogs oder Fachinformationsportale verbinden traditionelle mit neuartigen Kommunikationsformen und lassen die Fachvertreter*innen im virtuellen Raum zusammenrücken. Dadurch entstehen genuin digitale Daten, die numerisch quantifizierbar sind und mittels Text und Data Mining (TDM) auf vielfältige Weise sowie in größerer Zahl ausgewertet und für historiographiegeschichtliche Fragestellungen fruchtbar gemacht werden können.

Die Übung bietet einen einsteigerfreundlichen Einblick in die verschiedenen Möglichkeiten zur systematischen Analyse strukturierter und unstrukturierter Daten mithilfe der Programmiersprache Python. Gemeinsam wird erarbeitet, wie die Methoden des Text und Data Mining für das historische Arbeiten nutzbar gemacht werden können und in welcher Form die Daten für die maschinelle Verarbeitung aufbereitet werden müssen. Programmierkenntnisse sind von Vorteil, aber nicht notwendig.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51453)

 

Übung: Programmieren für Historiker*innen (Python)

Melanie Althage, Philipp Schneider

Daten sind der „Rohstoff“ des 21. Jahrhunderts. Auch in den Geschichtswissenschaften werden sie zunehmend als Forschungsressource relevant. Nicht nur die Zahl der öffentlich verfügbaren digitalisierten historischen Quellenbestände nimmt stetig zu, sondern auch die Produktion der genuin digitalen Daten in Sozialen Medien, Wissenschaftsblogs, Foren, Webseiten, Datenbanken oder auch Fachportalen. Gleich ob die geschichtswissenschaftlichen Fragestellungen sich auf die mittelalterliche oder jüngste Zeitgeschichte beziehen, Programmierkenntnisse können auf vielfältige Weise das historische Arbeiten ergänzen, um sich die digital verfügbaren Informationen zunutze zu machen. Sie bieten zum einen das Handwerkszeug, um effizient Daten zu sammeln, organisieren, verarbeiten und analysieren. Zum anderen sensibilisiert der Umgang mit Programmiersprachen für die Funktionsweise der Algorithmen und Werkzeuge die wir in den Digital Humanities verwenden.

In der Übung werden die Grundlagen der Skriptsprache Python gemeinsam erarbeitet. Python ist eine weit verbreitete, einfach zu lernende und lesende Programmiersprache, die sowohl in den Data Science als auch der Softwareentwicklung in (außer-)universitären Forschungseinrichtungen ebenso wie in der Industrie zum Einsatz kommt. Ziel der Übung ist es, geschichtswissenschaftliche Anwendungsszenarien zu identifizieren und diese selbstständig und problemorientiert zu lösen. Zugeschnitten auf den geschichtswissenschaftlichen Arbeitsprozess werden Grundkenntnisse im algorithmischen Denken, zentraler Datentypen und –strukturen sowie der Python-Syntax vermittelt.

Die Übung richtet sich an Masterstudierende. Programmiererfahrungen sind nicht erforderlich.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51451)

 

Übung: Mittelalterliche Heraldik digital - Vielfalt digitaler Methoden am Beispiel

Torsten Hiltmann

Die Heraldik ist eine der klassischen Hilfswissenschaften. Ihre Aufgabe wird gemeinhin darin gesehen, durch die Identifizierung unbekannter, an Urkunden, Kunstobjekten oder architektonischen Überresten angebrachter Wappen zu deren genaueren Einordnung und Datierung beizutragen. Diese eingeschränkte Wahrnehmung, aber auch ihre besondere Fachsprache und die stark veralteten Hilfsmittel mögen dazu beigetragen haben, dass der Heraldik lange Zeit ein verstaubtes Image anhaftete. Mittlerweile konnte jedoch gezeigt werden, dass Wappen für die Forschung weitaus mehr leisten können, als die Identität ihrer jeweiligen Besitzer anzuzeigen. Gerade in kulturhistorischer Perspektive öffnen sie der Forschung ganz neue, bisher kaum genutzte Möglichkeiten. Verbunden mit dem Einsatz neuer computergestützter Methoden, die dazu beitragen, mit der Menge und der Komplexität der heraldischen Überlieferung umzugehen, eröffnen sich der historischen Forschung ganz neue Perspektiven.

Doch auch bei der Anwendung digitaler Methoden und der Bearbeitung kulturhistorischer Fragestellungen ist das notwendige heraldische Handwerkszeug unabdinglich. Dieses zu erlernen, einzuüben und auf ausgewählte Beispiele anzuwenden, ist wesentliches Ziel der Veranstaltung. Dabei soll ein besonderer Schwerpunkt auf der Anwendung digitaler Hilfsmittel und Methoden liegen.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51352)

 

Übung: Die wissenschaftliche Rezension im digitalen Zeitalter

Claudia Prinz

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51454)

 

Übung: Datenmodellierung und Datenbanken in SQL

Thomas Meyer

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51455)

 

Offenes Forschungskolloquium „Digital History“

Torsten Hiltmann, Rüdiger Hohls

Im Zentrum des Kolloquiums stehen die Anwendung digitaler Werkzeuge und Methoden in den Geschichtswissenschaften und deren methodisch-kritische Reflexion. Dabei sollen aktuelle Arbeiten vorgestellt und an konkreten Beispielen diskutiert werden, welche Fragestellungen, Daten und Materialien sich mit welchen Verfahren bearbeiten lassen, welche Möglichkeiten sich daraus für die Geschichtswissenschaften ergeben, aber auch wo deren Grenzen liegen. Zugleich soll das Kolloquium die aktuellen Debatten rund um die digitalen Geschichtswissenschaften aufgreifen und ihnen einen festen Platz bieten. Dabei werden hin und wieder auch die Grenzen zu anderen Bereichen der Digital Humanities überschritten, um neue Ideen und kreative Anregungen für unser eigenes historisches Arbeiten zu erhalten.

Das Kolloquium ist offen für alle, die sich für die digitalen Geschichtswissenschaften interessieren. Das Programm wird rechtzeitig zu Semesterbeginn auf dem lehrstuhleigenen Blog https://dhistory.hypotheses.org/ veröffentlicht. Zudem existiert eine offene Mailingliste für das Forschungskolloquium, über die zeitnah die einzelnen Vorträge angekündigt werden.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51480)

 

 

Sowie im Bereich Mittelalterliche Geschichte:

 

Seminar: Visualität im Mittelalter

Torsten Hiltmann

Lange Zeit hat sich die Geschichtswissenschaft vor allem als Textwissenschaft verstanden. Die Auseinandersetzung mit den schriftlichen Hinterlassenschaften früherer Gesellschaften und Kulturen stand im Vordergrund. Deren visueller Aspekt hingegen wurde nur selten betrachtet und wenn doch, dann oft nur, um als Illustration zu dienen. Damit jedoch wurde ein wichtiger Teil von Kultur und Gesellschaft ausgeblendet, der für das Verständnis früherer Epochen mindestens ebenso grundlegend ist wie deren textliche Hinterlassenschaften.

Im Rahmen des Seminars wollen wir diesen Teil der Geschichte am Beispiel der mittelalterlichen Kultur näher kennenlernen. Wir wollen danach fragen, wie Bilder und visuelle Zeichensysteme von den Zeitgenossen genutzt und verstanden wurden und wie wir durch die Beschäftigung mit der visuellen Kommunikation des Mittelalters neue Perspektiven auf diese Epoche eröffnen können.

Im Rahmen des Seminars wollen wir uns dabei zunächst mit methodischen Zugängen zu Bildern als Quellen der historischen Forschung beschäftigen. Darauf aufbauend wollen wir dann verschiedene Medien und Genres von Skulpturen, Fresken, Tafelmalereien und Handschriftenminiaturen bis hin zu Siegeln, Münzen und Badges in ihrer historischen Entwicklung näher kennenlernen, um uns so ein besseres Verständnis der visuellen Seite des Mittelalters zu erarbeiten.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51310)

 


 

Sommersemester 2020
 

Übung: Digitale Kompetenzen für Historiker*innen

Torsten Hiltmann

Von der einfachen Literaturrecherche über die Sammlung und Strukturierung von Informationen bis hin zu neuen Möglichkeiten, diese zu analysieren und die jeweiligen Ergebnisse zu kommunizieren – digitale Arbeitsweisen, Methoden und Techniken können unser Arbeiten als Historiker erheblich vereinfachen und beschleunigen. Darüber hinaus können sie uns dabei helfen, ganz neue Perspektiven auf unser Material zu gewinnen und damit neue Fragestellungen zu entwickeln.

Ziel dieser sich vor allem an Bachelor-Studierende richtenden Veranstaltung ist es zum einen, grundlegende digitale Kompetenzen für das alltägliche Arbeiten zu vermitteln, von der Formulierung korrekter Datenbankabfragen über neue Wege der Textanalyse bis hin zu den Möglichkeiten des kollaborativen Arbeitens und der Wissenschaftskommunikation. Zum anderen soll knapp in die wichtigsten Methoden und Techniken der Digital Humanities eingeführt und damit ein Grundverständnis dessen vermittelt werden, was Digital Humanities sind und was sie leisten können. Bringen Sie dazu bitte, wenn vorhanden, einen eigenen Rechner (Laptop) mit.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51469)

 

Übung: Programmieren für Historiker*innen

Philipp Schneider, Melanie Althage

Daten sind der „Rohstoff“ des 21. Jahrhunderts. Auch in den Geschichtswissenschaften werden sie zunehmend als Forschungsressource relevant. Nicht nur die Zahl der öffentlich verfügbaren digitalisierten historischen Quellenbestände nimmt stetig zu, sondern auch die Produktion der genuin digitalen Daten in Sozialen Medien, Wissenschaftsblogs, Foren, Webseiten, Datenbanken oder auch Fachportalen. Gleich ob die geschichtswissenschaftlichen Fragestellungen sich auf die mittelalterliche oder jüngste Zeitgeschichte beziehen, Programmierkenntnisse können auf vielfältige Weise das historische Arbeiten ergänzen, um sich die digital verfügbaren Informationen zunutze zu machen. Sie bieten zum einen das Handwerkszeug, um effizient Daten zu sammeln, organisieren, verarbeiten und analysieren. Zum anderen sensibilisiert der Umgang mit Programmiersprachen für die Funktionsweise der Algorithmen und Werkzeuge die wir in den Digital Humanities verwenden.

In der Übung werden die Grundlagen der Skriptsprache Python gemeinsam erarbeitet. Python ist eine weit verbreitete, einfach zu lernende und lesende Programmiersprache, die sowohl in den Data Science als auch der Softwareentwicklung in (außer-)universitären Forschungseinrichtungen ebenso wie in der Industrie zum Einsatz kommt. Ziel der Übung ist es, geschichtswissenschaftliche Anwendungsszenarien zu identifizieren und diese selbstständig und problemorientiert zu lösen. Zugeschnitten auf den geschichtswissenschaftlichen Arbeitsprozess werden Grundkenntnisse im algorithmischen Denken, zentraler Datentypen und –strukturen sowie der Python-Syntax vermittelt.

Die Übung richtet sich an Masterstudierende. Programmiererfahrungen sind nicht erforderlich.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51467)

 

Übung: Einführung in die Methoden der digitalen Textanalyse

Melanie Althage

Schriftliche Zeugnisse zählen seit jeher zu den zentralen Quellen der Geschichtswissenschaften. Durch die umfassende Digitalisierung in den letzten Jahrzehnten liegt ein beständig anwachsender Anteil natürlichsprachlicher Texte auch in digitaler Form vor, etwa als Digitalisat einer mittelalterlichen Handschrift oder Kurznachricht im Mikrobloggingdienst Twitter. Verstehen wir diese Texte als numerisch quantifizierbare Daten, können sie mittels computergestützter Analysemethoden auf vielfältige Weise sowie in größerer Zahl ausgewertet und für geschichtswissenschaftliche Fragestellungen fruchtbar gemacht werden.

Die Übung bietet einen praxisnahen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten zur digitalen Textanalyse. Gemeinsam wird erarbeitet, wie die vor allem aus den Computer- und Sprachwissenschaften stammenden Methoden für das historische Arbeiten nutzbar gemacht werden können und in welcher Form die Textdaten für die maschinelle Verarbeitung vorliegen müssen. Neben einfacheren Verfahren wie der Frequenz- oder Kookkurrenzanalyse sollen auch komplexere Methoden aus dem Bereich des Maschinellen Lernens angewendet werden, wie beispielsweise Topic Modeling. Wo möglich wird dazu auf bereits etablierte Werkzeuge zurückgegriffen, um für den methoden- und softwarekritischen Umgang mit den digitalen Angeboten zu sensibilisieren.

Die Übung richtet sich an Masterstudierende. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich; alle gegebenenfalls notwendigen Kenntnisse zur Arbeit mit fertigem Programmcode werden in der Übung vermittelt.
Die Lehrveranstaltung in AGNES (51470)

 

Masterseminar: Linked Data und Semantic Web in den Geschichtswissenschaften - Theorien und Methoden

Torsten Hiltmann

Digitale Methoden gewinnen in den Geschichtswissenschaften immer mehr an Bedeutung und verändern unser Arbeiten grundlegend. Dies gilt nicht nur für die Erfassung und Auswertung von Texten und Bildern, sondern auch für unseren Umgang mit den gewonnenen Daten und die Organisation unseres Wissens selbst. Dem Semantic Web und den damit verbundenen Methoden und Techniken kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Daten aus ganz unterschiedlichen Quellen lassen sich auf diese Weise mit Bedeutung anreichern und zu ganzen Wissenssystemen verbinden. Damit ermöglichen sie es, über große und heterogene Datenmengen Zusammenhänge aufzudecken und Wissen explizit zu machen, das zuvor als solches nie eigens erfasst wurde. Sie machen damit insbesondere das World Wide Web zu einer verteilten Datenbank und somit zu einer wertvollen Ressource für unser historisches Arbeiten.

Im Seminar wollen wir uns mit den Grundlagen dieser Art der digitalen Wissensrepräsentation auseinandersetzen und die damit verbundenen Techniken, deren Funktionsweise, Potentiale aber auch Grenzen kennenlernen und mit Blick auf ihre Anwendung in den Geschichtswissenschaften diskutieren. Die hier vermittelten Wissensinhalte bilden die Basis für eine angemessene Verwendung dieser Techniken, wie sie in der anschließenden Übung praxisnah geübt werden, weshalb deren gleichzeitiger Besuch hiermit nachdrücklich empfohlen wird.  

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51437)

 

Übung: Linked Data und Semantic Web in den Geschichtswissenschaften - Praxis

Torsten Hiltmann

Digitale Methoden gewinnen in den Geschichtswissenschaften immer mehr an Bedeutung und verändern unser Arbeiten grundlegend. Dies gilt nicht nur für die Erfassung und Auswertung von Texten und Bildern, sondern auch für unseren Umgang mit den gewonnenen Daten und die Organisation unseres Wissens selbst. Dem Semantic Web und den damit verbundenen Methoden und Techniken kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Daten aus ganz unterschiedlichen Quellen lassen sich auf diese Weise mit Bedeutung anreichern und zu ganzen Wissenssystemen verbinden. Damit ermöglichen sie es, über große und heterogene Datenmengen Zusammenhänge aufzudecken und Wissen explizit zu machen, das zuvor als solches nie eigens erfasst wurde. Sie machen damit insbesondere das World Wide Web zu einer verteilten Datenbank und somit zu einer wertvollen Ressource für unser historisches Arbeiten.

In der Übung sollen die Methoden und Techniken des Semantic Web praktisch geübt und angewendet werden, von der Repräsentation der Daten in RDF und Turtle, über deren Abfrage mit der Abfragesprache SPARQL bis hin zur Erstellung eigener Ontologien in RDFS und OWL. Die so erworbenen Fertigkeiten sollen an bereitgestellten Ressourcen sowie in eigenen Projekten ausprobiert werden. Der gleichzeitige Besuch des zuvor stattfindenden Grundlagenseminars wird dringend empfohlen.  

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51468)

 

Forschungskolloquium: Digital History

Torsten Hiltmann, Rüdiger Hohls

Im Zentrum des Kolloquiums stehen die Anwendung digitaler Werkzeuge und Methoden in den Geschichtswissenschaften und deren methodisch-kritische Reflexion. Dabei sollen aktuelle Arbeiten vorgestellt und an konkreten Beispielen diskutiert werden, welche Fragestellungen, Daten und Materialien sich mit welchen Verfahren bearbeiten lassen, welche Möglichkeiten sich daraus für die Geschichtswissenschaften ergeben, aber auch wo deren Grenzen liegen. Zugleich soll das Kolloquium die aktuellen Debatten rund um die digitalen Geschichtswissenschaften aufgreifen und ihnen einen festen Platz bieten. Dabei werden hin und wieder auch die Grenzen zu anderen Bereichen der Digital Humanities überschritten, um neue Ideen und kreative Anregungen für unser eigenes historisches Arbeiten zu erhalten.

Das Kolloquium ist offen für alle, die sich für die digitalen Geschichtswissenschaften interessieren. Das Programm wird rechtzeitig zu Semesterbeginn veröffentlicht.

Die Lehrveranstaltung in AGNES (51482) 

Das Semesterprogramm zum Forschungskolloquium

 

 

Sowie im Bereich Mittelalterliche Geschichte:

Seminar: Schrift und Schriftlichkeit im Mittelalter

Torsten Hiltmann

Schrift ist heutzutage allgegenwärtig. Nicht zuletzt mit den neuen Medien ist sie ein wesentliches Bindeglied unserer Gesellschaft. Doch ist Schrift nicht einfach nur Kommunikationsmittel. Ihr Gebrauch hat grundlegenden Einfluss auf die Verfasstheit von Gesellschaften, deren Denken und Handeln. Besonders eindrucksvoll lassen sich die gesellschaftsverändernden Leistungen der Schriftlichkeit im Mittelalter nachverfolgen. Ihren Einfluss auf die Entwicklungen im mittelalterlichen Rechtswesen, in Politik, Wirtschaft und Bildung wie allgemein auf das Denken der Menschen und ihre Mentalitäten nachzuvollziehen, ist Ziel des Seminars. Die Auseinandersetzung mit Schrift und Schriftlichkeit gibt überdies die Möglichkeit, an ausgewählten Beispielen theoretische Fragen und Sachfragen der Epoche zu diskutieren.
Die Lehrveranstaltung in AGNES (51317)