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Humboldt-Universität zu Berlin - Geschichte Osteuropas

Aktuelles

Diktaturen als alternative Ordnungen

Auftaktkonferenz des interdisziplinären Verbunds für vergleichende Diktaturforschung an der Humboldt-Universität zu Berlin

 

12.-13. Oktober 2017

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Kronenstr. 5, 10117 Berlin, Veranstaltungssaal

 

Veranstalter

Prof. Dr. Jörg Baberowski, Prof. Dr. Michael Wildt

 

Sponsoren

Leibniz-Zentrum Moderner Orient

Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

Stiftung Humboldt-Universität

 

Programm

Diktaturen sind komplexe politische, soziale und kulturelle Ord­nungen, die auf Unfreiheit, Gewalt und Unterdrückung beruhen. Sie sind aber auch Konfigurationen des politisch Möglichen, die Zustimmung erzeugen und verstanden werden müssen. Der interdisziplinäre Verbund für Vergleichende Diktaturforschung sucht nach Antworten auf die Frage, weshalb sich Menschen in spezifischen historischen Situationen freiwillig für die Diktatur entscheiden, sich für sie engagieren oder sich ihr widerspruchslos unterordnen.

 

Donnerstag, 12. Oktober 2017

18:00 - 18:30 Eröffnung

18:30 - 20:00 Keynote - György Dalos: "Große und Kleine Diktaturen"

György Dalos, geboren 1943 in Budapest, studierte Geschichte in Moskau von 1962 bis 1967. Sein erster Gedichtband erschien 1964. 1977 ge­hörte er zu den Mitbegründern der demokratischen Oppositionsbewegung in Ungarn. 1988-1989 gehörte er zur Redaktion der ostdeutschen Unter­gundzeitschrift Ostkreuz. Von 1995 bis 1999 leitete er das Ungarische Kulturinstitut in Berlin. Dalos war bis Ende 2011 Mitherausgeber der deut­schen Wochenzeitung Freitag. Dalos ist Mitglied der Sächsischen Akade­mie der Künste. Er lebt als freier Autor in Berlin.

 

Freitag, 13. Oktober 2017

10:00 - 12:00 Herrschaftsdurchsetzung: Furcht und Teilhabe

In allen Diktaturen berufen sich die Machthaber auf den außerlegalen Willen des Volkes. Welche plebiszitären Elemente setzen Diktaturen in der Phase der Herrschaftsdurchsetzung ein, um den Druck auf die Entschei­dungsträger und die besitzenden und gebildeten Schichten zu erhöhen? Inwieweit dienten Gewalt und Terror der Einschüchterung und der Mobil­isierung von Unterstützung?

• Birgit Aschmann: Spanien
• Aloys Winterling: Römisches Imperium
• Jörg Baberowski: Sowjetunion
• Sebastian Lange: Naher und Mittlerer Osten

Moderation: Iris Därmann

 

13:00 - 15:00 Wohlfahrt und Sicherheit

Von Beginn an verbanden Diktaturen ihre Existenzberechtigung mit der Einlösung des Versprechens, Wohlstand zu schaffen und Sicherheit zu ga­rantieren. Dieses Versprechen war sowohl Grund für Ihre Stabilität als auch Ursache für Ihre Delegitimation. Denn die Beherrschten stellten Ans­prüche an die Diktatur, die offen oder indirekt artikuliert wurden und von deren Erfüllung ihre Loyalität gegenüber der Diktatur abhing.

• Hannes Grandits: Südosteuropa
• Stefan Kirmse: Postsowjetische Republiken
• Daniel Hedinger: Japan
• Andreas Eckert: Afrika

Moderation: Stefan Rinke

 

15:30 - 17:30 Legitimität und Öffentlichkeit

Welche Legitimationsmuster entwickelten Diktaturen und wann und unter welchen Umständen wurden diktatorische Ordnungen als legitim empfun­den? Stand die Sicherheit des Einzelnen vor Gewalt im Vordergrund? Oder war das Gefühl von wiedergewonnener Einheit und Gemeinschaft ein ent­scheidendes Legitimationselement? War es die Hoffnung, dass die Dikta­tur Unordnung und Chaos beseitigen und Erwartungssicherheit in den Alltag bringen werde?

• Benjamin Lahusen: NS-Deutschland
• Martin Sabrow: DDR
• Sonja Hegasy: Nordafrika
• Klaus Mühlhahn: China

Moderation: Michael Wildt

 

18:00 - 19:00 Abschlussdiskussion

Jörg Baberowski, Iris Därmann, Klaus Mühlhahn, Christian Waldhoff, Michael Wildt

 

 


 

 

This special issue presents interdisciplinary approaches to decoding the deeper grammar of trust and distrust in socialist societies by applying methods from oral history and anthropology, social and cultural history, ethnography and sociology. To historicise trust and distrust, and to identify their traces in a wide range of sources, the authors studied the ideological and economic, moral and material, spatial and legislative as well as the subjective dimensions of state socialism. The contributors look at the shift from Stalinist violence towards a politics of trust and empathy as emotional forces and moral resources that made it possible to renegotiate a social contract among the state, society and the individual, and which also enabled the stabilisation of the Eastern bloc as a whole in the post-Stalin era. This special issue contributes to a history of trust and distrust that provides a further reflection on the debate about what socialism was and the ways in which this experience continues to exist in post-communist space.

 

Trust and Distrust under State Socialism, 1953-1991

A. Tikhomirov: The Grammar of Trust and Distrust under State Socialism after Stalin. Introduction

M. Pirogovskaya: Taste of Trust: Documenting Solidarity in Soviet Private Cookbooks, 1950-1980s

A. Tikhomirova: Consumption of East German Clothing by Soviet Women in the Brezhnev Era

K. Bönker: The Post-Soviet Revaluation of Soviet Money Practices and Social Equality

A. Tikhomirov: Speaking Kinship, Being Soviet and Reinventing Tradition in the USSR

Article

C. Frysztacka / K. Herborn / M. Palli / T. Scheidt: Kolumbus transnational: Verflochtene Geschichtskulturen und europäische Medienlandschaften im Kontext des 400. Jubiläums der Entdeckung Amerikas 1892

Commentary

D. Logemann: Der Streit um das Museum des Zweiten Weltkrieges in Gdańsk

 

Editors: J. Baberowski, A. Eckert, R. Gerwarth, C. von Hodenberg, J. Leonhard, A. Nützenadel,  J. von Puttkamer, L.  Rischbieter, T. Snyder, S. Steinbacher, D. Süß,  H. te Velde, A. Wirsching

Journal of Modern European History erscheint viermal jährlich. Umfang je Heft rund 150 Seiten. Bezugspreise 2014: Jährlich € 92,–[D] / sFr 125,– / € 94,60[A]. Einzelheft € 34,–[D] / sFr 45,90 / € 35,–[A]. ISSN 1611-8944. www.chbeck.de/jmeh.

 


 

Räume der Gewalt

+++ Warum tun Menschen einander Gewalt an? Eine eindringliche Studie über den kulturellen Umgang mit Gewalt von dem vielfach ausgezeichneten Stalinismusforscher und Historiker Jörg Baberowski +++

Jede Erklärung der Gewalt sehnt ihr Ende herbei. Das Leben soll schöner werden und die Gewalt aus ihm verschwinden. Doch die Gewalt war und ist eine für jedermann zugängliche und deshalb attraktive Handlungsoption – und kein »Betriebsunfall« oder »Extremfall«. Wer wirklich wissen will, was geschieht, wenn Menschen einander Gewalt antun, muss eine Antwort auf die Frage finden, warum Menschen Schwellen überschreiten und andere verletzen oder töten. Nach seinem preisgekrönten Buch über das stalinistische Gewaltsystem legt der bekannte Historiker Jörg Baberowski nun eine nicht minder beeindruckende Studie über den sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Umgang mit Gewalt vor.


Oral-History-Online-Archiv "Baumwollrepublik Tadschikistan? Zentrale Planung - lokale Gesellschaft"

Im Rahmen ihres Promotionsvorhabens führte Beate Giehler in Kooperation mit lokalen Partnern ein Oral-History-Projekt durch, das 60 Interviews zu einem Online-Archiv zusammenführte. Das Oral-History-Portal soll die gesellschaftliche und wirtschaftliche Transformation Tadschikistans in der späten Sowjetunion und nach dem Zerfall der Sowjetunion dokumentieren.

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