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Humboldt-Universität zu Berlin - Südosteuropäische Geschichte

Humboldt-Universität zu Berlin | Institut für Geschichtswissenschaften | Südosteuropäische Geschichte | Forschung | Drittmittelprojekte | Bedrohliche Wende nach ideologischer Erstarrung: das jugoslawische 1989 "revisited"

Bedrohliche Wende nach ideologischer Erstarrung: das jugoslawische 1989 "revisited"

Ost-West-Dialog: Hochschuldialog mit den Ländern des westlichen Balkans 2019

 

Das Projekt „Bedrohliche Wende nach ideologischer Erstarrung: das jugoslawische 1989 ‚revisited‘“ wird sich vor allem der Phase des Spätsozialismus zuwenden und dabei insbesondere das umstrittene jugoslawische Übergangsjahr von 1989 in den Fokus rücken. Das Jahr 1989 wird im öffentlichen Diskurs wie auch in der Historiographie vor allem mit drei entscheidenden Weichenstellungen assoziiert: dem sich abzeichnenden Zerfall des Bundes der Kommunisten, der Entstehung von ersten Oppositionsparteien und einer sich aufschaukelnden Konjunktur eines nationalistischen Paradigmas in Politik und Alltag.

Dennoch könnte man das jugoslawische „1989“ zugleich auch als Höhepunkt der Reformversuche untersuchen. Diese wurden gerade in diesem Jahr nach einer „bleiernen“ Phase der ideologischen Erstarrung in den 1970er Jahren allmählich wieder erweckt und kulminierten in den ausgehenden 1980er Jahren – insbesondere im Jahr 1989. In dieser turbulenten Zeit fanden vielfältigste Diskussionen statt, sowohl innerhalb der Partei bzw. ihren Massenorganisationen, auch innerhalb von Dissidentenkreisen, am häufigsten wohl aber in einer Grauzone zwischen (politisch-ideologischem) Establishment und den sich stark verändernden bzw. neu formierenden Institutionen und Foren.

Das Projekt führt die erfolgreiche mehrjährige Zusammenarbeit mit den universitären Partnerinstitutionen aus Belgrad, Sarajevo, Skopje, Pula und Koper fort und erweitert die Partnerinstitutionen dieses Jahr um Zagreb als neuen institutionellen Partner. Zudem werden einzelne Partner aus dem Kosovo in das Programm eingebunden werden. Durch die Zusammensetzung des Forschungsteams und die unterschiedliche institutionelle Verortung der KollegInnen an Universitäten in verschiedenen ehemaligen jugoslawischen Republiken, ist es möglich, die oben skizzierte Problemstellung auch „dezentral“ zu behandeln und so die Verschiedenheit der jugoslawischen „Umgebungen“ zu berücksichtigen. Einer nach wie vor zu diesem Thema prägenden Überbetonung ethnozentrischer Narrative soll mit einer besonderen Neugier auch für die Pluralität des intellektuellen und politischen Lebens, das 1989 ebenfalls einen unvergleichlichen Boom erlebte, gebührend Aufmerksamkeit gezollt werden.

Vor diesem kurz skizzierten allgemeinen inhaltlichen Hintergrund ist die Organisation der bzw. Beteiligung des Netzwerks an den folgenden Initiativen für 2019 geplant:

 

  • Runder Tisch „Kommunistische Renovierer und der Schritt zum Parteienpluralismus 1989/90“, Skopje (im März oder April 2019)
  • Studentischer Workshop (+ KoordinatorInnen-Planungstreffen) des „Joint-Masters European History“ in Sarajevo (im Mai 2019)
  • Buchpräsentation und Panelvorträge auf dem „Festival povijesti – Kliofest“ in Zagreb (im Mai 2019)
  • History Fest Sarajevo: ,,Jugoslawien 1989 und der Zusammenbruch des Sozialismus in Europa“ (Anfang Juni 2019)
  • DoktorandInnen-Sommerschule „Industriegesellschaften des späten Sozialismus“ in Pula (31.8.-3.9.2019)
  • Eintägiger Workshop „Kosovo 1989“ (im November 2019)
  • Aktuelles Forschungsthema: „Aktuelle `Gastarbeitermigration´ im Licht der Westbalkanregelungen“