Humboldt-Universität zu Berlin - Südosteuropäische Geschichte

Drittmittelprojekte

  • Prof. Dr. Hannes Grandits ist Co-Sprecher für das Projekt Reordering Yugoslavia, Rethinking Europe: A Transregional History of the Yugoslav Wars and the Post-Cold War Order (1991-1995) (2023/24-2026/27).

Das Kooperationsprojekt wird von der Leibniz-Gemeinschaft finanziert. Das Projekt bringt Historiker und Regionalexperten des Leibniz-Instituts für Zeitgeschichte (IfZ), des Leibniz-Instituts für Ost- und Südosteuropastudien (IOS) und der Humboldt-Universität zu Berlin zusammen, um zu untersuchen, wie die Jugoslawienkriege internationale Normen, Grenzen und die europäische Ordnung nach dem Kalten Krieg neu gestaltet haben. Teil davon ist das Forschungsprojekt The Rise of Assertive Peacebuildung in Bosnia-Herzegovina (1992-2002), Contestation, Learning, and Adaption in a Shifting Political Arena, unter der Leitung von Kristóf David Gosztonyi (Website).

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier 🖉
Hintergrund

Von Anfang an wurde der Bosnienkrieg stark – wenn auch nicht ausschließlich – durch internationales Engagement geprägt. Die ersten Bemühungen waren jedoch eher halbherzig: Leicht bewaffnete Friedenstruppen wurden in eine Situation intensiver Gewalt entsandt, ohne dass Frieden zu wahren war, während humanitäre Maßnahmen oft nur das Leid lindern konnten, ohne es zu verhindern.

Im Laufe der Zeit wurde die internationale Intervention jedoch immer entschlossener. Zunächst trug der von den USA ausgeübte Druck im März 1994 dazu bei, den „Krieg im Krieg“ zwischen bosnischen Kroaten und Bosniaken zu beenden, was zum Washingtoner Abkommen führte.

Von da an verstärkte sich die Rolle der internationalen Gemeinschaft. Durch die Bewaffnung und Ausbildung der kroatischen Armee und die Einleitung einer anhaltenden NATO-Luftkampagne gegen bosnisch-serbische Stellungen spielten internationale Akteure eine entscheidende Rolle bei der Beendigung des Krieges. Diese Bemühungen gipfelten im Dayton-Friedensabkommen (DPA), das im November 1995 unterzeichnet wurde und die Feindseligkeiten offiziell beendete.

Als die Umsetzung der zivilen Bestimmungen des DPA ins Stocken geriet, erweiterte der Friedensimplementierungsrat die Befugnisse des Hohen Repräsentanten. Dazu gehörte die Befugnis, verbindliche Entscheidungen (Dekrete) zu erlassen, wenn sich die lokalen Parteien nicht einigen konnten, und Beamte, die die Umsetzung behinderten, ihres Amtes zu entheben. Anfangs stießen diese zunehmend eingreifenden Maßnahmen auf massiven Widerstand – insbesondere von nationalistischen Akteuren, die das einheitliche Dayton-Rahmenwerk untergraben wollten, so schwach es auch gewesen sein mag. Bis 2002 wurden diese außerordentlichen Befugnisse jedoch regelmäßig genutzt – und, was entscheidend ist, weitgehend respektiert –, obwohl das Büro des Hohen Vertreters keine direkte Exekutivgewalt hatte.

 

 

 

Forschungsziele

Dieses Forschungsprojekt untersucht den allmählichen Anstieg der Durchsetzungskraft der internationalen Intervention in Bosnien-Herzegowina als Ergebnis komplexer Interaktionen innerhalb einer umkämpften und sich wandelnden politischen Arena. Es befasst sich mit den folgenden miteinander verbundenen Fragen und analytischen Rätseln:

  1. Warum wurde die internationale Intervention nur allmählich und zögerlich durchsetzungsfähig?
  2. Wie haben lokale bosnische Akteure den wachsenden internationalen Druck bewertet, verhandelt und sich daran angepasst – sei es durch Widerstand, Nachgeben, Zusammenarbeit oder Manipulation?
  3. Inwiefern haben diese lokalen und internationalen Interaktionen sowohl die sich entwickelnde Natur der Intervention als auch die politische Struktur des Nachkriegsbosnien-Herzegowinas geprägt?

Durch die Untersuchung dieser Fragen möchte das Projekt Aufschluss über die langfristigen Auswirkungen der internationalen Intervention, die Prozesse des institutionellen Lernens und die umstrittene Entstehung der politischen Ordnung geben, die Bosnien-Herzegowina nach 1992 prägt.

 

Der Umfang der Forschung

Angesichts des Interesses des Projekts am institutionellen Lernen sowohl auf höherer als auch auf niedrigerer Ebene der intervenierenden internationalen Organisationen (IOs) wird die Forschung zwei miteinander verbundene Ebenen untersuchen:

  • Die Ebene der Hauptquartiere, einschließlich der Missionen in Sarajevo und der Strukturen in Bosnien und Herzegowina/der gesamten Föderation; und
  • Die Ebene vor Ort, wo sich die Dynamik der Umsetzung und die Anpassungen oft erheblich unterschieden.

Die primäre Fallstudie auf Feldebene konzentriert sich auf Südbosnien-Herzegowina, insbesondere auf die Stadt Mostar, wo ich im August 1995 mit der Feldforschung für meine Dissertation begann. Anschließend arbeitete ich dort zeitweise für internationale Organisationen – zunächst 1996 für die Europäische Union Administration of Mostar (EUAM) und später zwischen 1997 und 2002 für das Office of the High Representative (OHR).

Diese Region war ein Brennpunkt des Konflikts zwischen Bosniaken und bosnischen Kroaten, wobei letztere die Gründung der separatistischen Entität Herceg-Bosna entlang des südwestlichen Korridors von Herzegowina an der Grenze zu Kroatien anstrebten. Damit ist das Gebiet ein kritischer Ort im Nachkriegskonflikt um die Einheit von Bosnien-Herzegowina – und damit ein besonders aufschlussreicher Fall für die Analyse, wie sich die internationale Durchsetzungskraft und die lokalen Reaktionen im Laufe der Zeit entwickelt haben.

 

  • Dr. Marija Vulesica gehört der ersten Kohorte der von der Alfred Landecker Foundation geförderten Lecturer an. 

    “We call it personality, but it´s actually a multi-layered figure. Hinko Gottlieb, Aleksandar Licht, Lavoslav Schick, Aleksa Klein. A Jewish-Croatian Collective Biography.”

    Dr. Marija Vulesica widmet sich in diesem Projekt der kollektiv-biografischen Erforschung des Holocaust, seiner Vor-und Nachgeschichte im Unabhängigen Staat Kroatien. 

    Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.

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Abgeschlossene Drittmittelprojekte

 

  • Raub jüdischen Eigentums in Jugoslawien [1940]/1941-1945. Eine vergleichende Analyse des deutsch besetzten Serbiens und des Unabhängigen Staates Kroatien. (01/2020-12/2022, 09/2023-05/2024)

In diesem Forschungsprojekt wird der Raub an jüdischem Eigentum in dem vom Deutschen Reich besetzten Serbien und in dem faschistischen Unabhängigen Staat Kroatien (1940)/1941 bis 1945 untersucht. Dieser Raum im Südosten Europas ist seit Jahrhunderten multiethnisch und multikonfessionell geprägt, weshalb für das Forschungsprojekt eine multiperspektivische komparatistische Analyse maßgebend ist. In einem transnationalen Ansatz werden unterschiedliche Räume – Großstädte wie Zagreb, Sarajevo im USK und Belgrad in Serbien, kleinere Städte wie Osijek im USK und Šabac sowie Gross-Betschkerek in Serbien – hinsichtlich von drei Leitfragen untersucht: erstens nach den verschiedenen, bürokratischen wie offen gewaltsamen Formen des Raubs sowie zweitens nach den differenten Akteuren und schließlich drittens nach der Erinnerungsgeschichte der Raubs im ehemaligen Jugoslawien nach 1945 beziehungsweise nach der Unabhängigkeit in den Republiken Kroatien und Serbien.

Das Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

 

 

  • "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit - Jugoslawien und die europäische Integration" (2023)

Das Projekt „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit – Jugoslawien und die europäische Integration“ beschäftigt sich mit den Versuchen der europäischen Integration Jugoslawiens, die Ende der 1980er Jahre bzw. zu Beginn der 1990er Jahre bestanden. Auf der dazugehörigen Konferenz stellten Historiker:innen aus Deutschland, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien und Nordmazedonien Ergebnisse originärer neuer empirischer Forschungen zum Thema vor und diskutierten darauf aufbauende Publikations-, Forschungs- und Vernetzungsvorhaben.

Das Projekt wurde durch das DAAD (Deutsche Akademischer Austauschdienst) gefördert.

 

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  • Histoire pour la liberté (01/2021-12/2021)

Das Projekt "Histoire pour la liberté" beschäftigt sich mit dem historischen Revisionismus in den jugoslawischen Nachfolgestaaten. Es setzt damit die Diskussion über die Bedeutung von multiperspektivischer Geschichtsschreibung und partizipativer Erinnerungskultur fort, die mit dem Projekt Ko/Tko je prvi počeo? Historičari/povjesničari protiv revizionizma (Wer hat zuerst angefangen? HistorikerInnen gegen Revisionismus, https://kojeprvipoceo.rs) angestoßen wurde. 

Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.

 

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  • Pluralismus und Vernetzung: Erfahrungen im (post-)imperialen und sozialistischen Südosteuropa Ost-West-Dialog: Hochschuldialog mit den Ländern des westlichen Balkans 2020

Das Projekt führt die erfolgreiche mehrjährige Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen aus Belgrad, Sarajevo, Skopje, Pula, Koper und Zagreb fort und widmet sich in diesem Jahr den Themen „Pluralismus“ und „Vernetzung“ in Südosteuropa aus einer historiographischen Perspektive. Innerhalb des Clusters „Pluralismus als gesellschaftliche Realität und Herausforderung des politischen Wandels“ soll über historische Zäsuren hinweg genauer darauf geblickt werden, wie in den politischen Systemen im betrachteten südosteuropäischen Raum in und seit der spätimperialen Zeit Pluralismus verhandelt, ausgestaltet bzw. systematisch bekämpft wurde. Pluralismus gilt es hierbei in vielfacher Form zu verstehen. Dabei geht es um sich ändernde Haltungen zu Multikonfessionalität und Mehrsprachigkeit, um Pluralismusvorstellungen im national(istisch)en wie auch sozialistischen Staatsausbau und insbesondere um Auseinandersetzungen mit alltagsnaher „Bewältigung“ und Ausgestaltung von Pluralismus in (auch lokaler) politischer Machtausübung. Zeitlich wird zum einen ein besonderer Fokus auf die spät- und unmittelbare post-osmanische Zeit gelegt. Zum anderen soll genauer untersucht werden, wie als Reaktion auf die traumatischen Erfahrungen des 2. Weltkriegs in den sozialistischen Jahrzehnten (im Fokus steht der jugoslawische Selbstverwaltungssozialismus) Pluralismus ideologisch verstanden und im Alltag des Einparteiensystems „gemanagt“ wurde. Eines der Erkenntnisziele soll es sein, im Netzwerk darüber zu arbeiten, wie man im geschichtswissenschaftlichen Betrieb Pluralismus als gesellschaftliche Kategorie (auch in der Lehre) verhandeln kann/sollte. (mehr...)

 

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  • Bedrohliche Wende nach ideologischer Erstarrung: das jugoslawische 1989 "revisited"

Das vom DAAD geförderte Netzwerk-Projekt „Bedrohliche Wende nach ideologischer Erstarrung: das jugoslawische 1989 ‚revisited‘“ wird sich vor allem der Phase des Spätsozialismus zuwenden und dabei insbesondere das umstrittene jugoslawische Übergangsjahr von 1989 in den Fokus rücken. Das Projekt führt die erfolgreiche mehrjährige Zusammenarbeit mit den universitären Partnerinstitutionen aus Belgrad, Sarajevo, Skopje, Pula und Koper fort und erweitert die Partnerinstitutionen dieses Jahr um Zagreb als neuen institutionellen Partner. Zudem werden einzelne Partner aus dem Kosovo in das Programm eingebunden werden. Durch die Zusammensetzung des Forschungsteams und die unterschiedliche institutionelle Verortung der KollegInnen an Universitäten in verschiedenen ehemaligen jugoslawischen Republiken, ist es möglich, die oben skizzierte Problemstellung auch „dezentral“ zu behandeln und so die Verschiedenheit der jugoslawischen „Umgebungen“ zu berücksichtigen. Einer nach wie vor zu diesem Thema prägenden Überbetonung ethnozentrischer Narrative soll mit einer besonderen Neugier auch für die Pluralität des intellektuellen und politischen Lebens, das 1989 ebenfalls einen unvergleichlichen Boom erlebte, gebührend Aufmerksamkeit gezollt werden. (mehr...)

 

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  • Entangled histories. German, Italian and Bulgarian occupation of Greece during the Second World War

Dieses von der Gerda Henkel Stiftung finanzierte Projekt untersucht die italienische, deutsche und bulgarische Besatzung Griechenlands mit einem komparativen und interaktionsgeschichtlichen Ansatz.

Die Frage, durch welche Faktoren Gewalt gefördert oder gehemmt wird, steht dabei im Mittelpunkt der Untersuchung. Nur ideologische, bzw. intentionalistische, sondern vor allem sozioökonomische Faktoren wie Versorgungsregime und sozialen Wandel werden in den Blick genommen.

Folgende Problematiken stehen im Mittelpunkt der Projektes:

  1. wird die Interaktion zwischen den drei Besatzungsmächten und ihre gegeseitige Wahrnehmung untersucht.
  2. werden die verschiedenen Besatzungsregime der drei Mächte und ihre Governancestrategien vergliechen.
  3. wird anhand von lokalen Fallstudien der Einfluss lokaler Fatkoren auf die Geschichte der Besatzung analysiert.

Das Projekt wird von vier Historikern durchgeführt, deren unterschieldiche akademische und archivalische Expertisen die Möglichkeit bieten, die Geschichte der Besatzung Griechenlands in integrierter Perspektive zu untersuchen.

Die vier Teamitglieder sind:

  • Dr. Paolo Fonzi (Project Coordinator)
  • Kostas Katsoudas (Pandeion Universität, Athen, Griechenland)
  • Dr. Tchavdar Marinov (Plovdiv Universität "Paisii Hilendarski", Bulgarien)
  • Dr. Nadége Ragaru (Science Po, Paris, Frankreich)

 

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  • Das Jubiläumsjahr 2018 in der historischen und gesellschaftlichen Debatte im post-jugoslawischen Raum (1/2018-12/2018)

Das Jahr 2018 ist für die Forschung über die Geschichte Jugoslawiens ein wichtiges Jahr der Jubiläen. Es jähren sich zum 140. Mal der Berliner Kongress von 1878, es sind 100 Jahre seit der Gründung Jugoslawiens im Jahre 1918, gedacht wird auch dem Bruch/Konflikt Jugoslawiens mit der Sowjetunion im Jahre 1948 und schließlich auch dem 50.  Jahrestag von „1968“, als es auch in der jugoslawischen Gesellschaft zu einem teilweisen Aufbegehren gegen das sozialistische „Establishment“ kam und übrigens auch das Abkommen über die Anwerbung jugoslawischer Arbeitskräfte in Deutschland abgeschlossen wurde.   All diese Jubiläen werden in der Öffentlichkeit eine Rolle spielen und wohl auch Anlass für eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit der „eigenen“ Geschichte sein. Unser vom DAAD gefördertes Netzwerk möchte sich im Jubiläumsjahr 2018 kritisch einbringen. (mehr…)

 

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  • Historiographie des sozialistischen Jugoslawiens (3/2017-2/2018)

Diese vom DAAD geförderte Netzwerkpartnerschaft setzt die etablierte Kooperation aus dem Projekt „Repräsentationen des sozialistischen Jugoslawien“ fort (siehe unten). Sie widmet sich einem kritischen Dialog darüber, wie gegenwärtig in verschiedenen akademischen Zentren des ehemaligen Jugoslawien Geschichtsschreibung über das sozialistische Jugoslawien betrieben wird. Zugleich ging es auch darum näher zu reflektieren, wie über die sozialistische Zeit im öffentlichen Raum debattiert und in welcher Art und Weise man im universitären Rahmen die Zeitgeschichte an eine nächste Historiker/innen-Generation weiter vermittelt.  Dies erfolgte in einer Vielzahl von gemeinsamen Aktivitäten, wie z.B. dem ersten Sarajevo history fest 2017 oder der special issue der Projektteilnehmer/innen auf historiografija.hr.

 

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  • Neue Forschungsansätze zum Zweiten Weltkrieg in Südosteuropa

Dieses seit dem Sommer 2014 laufende Projekt  verfolgt drei Ziele. Erstens: eine kritische Auseinandersetzung mit der existierenden Historiografie zum Zweiten Weltkrieg in Südosteuropa. Zweitens: die Zusammenarbeit mit über einen internationalen Call rekrutierten DoktorandInnen, die sich in Deutschland, Südosteuropa und Frankreich mit neuen Problemstellungen beschäftigen und ihre Integration in ein internationales Forschungsnetzwerk. Drittens: die Befassung mit Fragestellungen, die in einen gesamteuropäischen Kontext zur Erforschung des 2. Weltkriegs einzusetzen sind.

Das Projekt wird institutionell getragen durch den Lehrstuhl für Südosteuropäische Geschichte der HU-Berlin, dem Centre d’Études Turques, Ottomanes, Balkaniques et Centrasiatiques (CETOBaC) der EHESS in Paris und dem Centre Marc Bloch in Berlin. Gefördert werden die Veranstaltungen dieses Projekts zudem vom Laboratoire d’Excellence TEPSIS, der Südosteuropagesellschaft, dem Zentrum CIERA sowie vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung.  Der Auftaktworkshop des Projekts fand am 5./6. Februar 2015 am Collège de France in Paris statt (das Programm finden sie hier), gefolgt von einer Konferenzen am 14.-17. Oktober 2015 an der Humboldt-Unversität zu Berlin (das Programm finden sie hier). Im März 2016 findet an der École française d’Athéne eine weitere Konferenz statt.

 

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  • Phantomgrenzen in Ostmitteleuropa

Ziel dieses vom BMBF finanzierten Kompetenznetzwerkes "Phantomgrenzen in Ostmitteleuropa" ist es, nicht mehr existente Grenzen, die dennoch in verschiedener Form und Intensität den ostmitteleuropäischen Raum strukturieren, zu untersuchen. Eine Analyse dieser mehr oder weniger "unsichtbaren Grenzen" verspricht neue wissenschaftliche Erkenntnisse über die Eigenarten der Region und soll einen originellen Beitrag zu einer transnationalen Forschungsperspektive leisten. Diese Perspektive soll auch dazu beitragen, die unterschiedlichen Manifestationen von Differenz in den betreffenden Gesellschaften besser zu verstehen.

Dem Verbundnetzwerk, mit dem die am Lehrstuhl für Südosteuropäischen Geschichte der HU-Berlin durchgeführten Forschungen kooperieren, gehören desweiteren an: das Centre Marc Bloch Berlin (Koordination des Verbunds), das Zentrum Moderner Orient Berlin, die Martin-Luther-Universität Halle. (Details)

 

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  • Neue und ambivalente Nationsbildungsprozesse in Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro und Moldawien im Vergleich (1944-2010)

Dieses Forschungsprojekt untersucht aktuelle Nationsbildungsprozesse im südöstlichen Europa nach 1945 aus einer historischen und anthropologischen Perspektive. Dabei werden vier Fallbeispiele vergleichend betrachtet: die bosniakische (bosnische), makedonische, moldawische und montenegrinische Nationsbildungen bzw. diesbezüglichen Versuche. Der Fokus der interdisziplinären Analyse liegt einerseits auf kollektiven Selbstzuschreibungen „einfacher“ Menschen während der realsozialistischen Jahrzehnte nach 1945 bzw. in der Zeit nach dem Ende der sozialistischen Ära. Unter welchen Bedingungen waren und sind Menschen bereit, neue nationale Identitätspolitik zu akzeptieren, was machen sie daraus und wie gingen und gehen sie mit alternativen Identitätsangeboten um? Andererseits werden die Inhalte der jeweiligen nationalen Identitäten erkundet, um zu erörtern, ob sie bei etablierten kulturellen Praktiken anknüpfen und wo die kulturellen Grenzen der Nation gezogen wurden. (Details)

 

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  • Repräsentationen des sozialistischen Jugoslawien im Umbruch

Die Hauptziele dieses Projektes sind die Qualifizierung und Förderung von wissenschaftlichen Nachwuchskräften über ihre Einbindung in ein strukturbildendes internationales Forschungsnetzwerk zum Thema "Repräsentation des sozialistischen Jugoslawien im Umbruch" sowie die Etablierung und Förderung einer weiterreichenden innerregionalen Zusammenarbeit von Institutionen, etablierten und Nachwuchsforschern. (mehr ...)

Partner sind das Zentrum für Zeitgeschichte Balkans der Universität Belgrad und das Institut für Geschichte der Universität Sarajevo. Das Projekt wird vom Deutschen Akademischen Austauschdienst - DAAD gefördert.

 

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