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Humboldt-Universität zu Berlin - Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte

Julia Bärnighausen, M.A.

Name
Julia Bärnighausen M.A.
Status
Doktorand/in

→ Vita

→ Arbeitsschwerpunkte

→ Forschungsprojekt

→ Publikationen

 

Vita

Julia Bärnighausen M. A. ist Doktorandin am Lehrstuhl für Wissenschaftsgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin und wissenschaftliche Mitarbeiterin in dem Verbundprojekt „Foto-Objekte. Fotografien als (Forschungs-) Objekte in Archäologie, Ethnologie und Kunstgeschichte“ in der Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz – Max-Planck-Institut. Während ihres Studiums der Kunst- und Bildgeschichte und Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin war sie als studentische Hilfskraft in dem Datenbankprojekt „Census of Antique Works of Art and Architecture Known in the Renaissance“ (Berlin Brandenburgische Akademie der Wissenschaften), in dem Forschungsprojekt „Das Technische Bild“ (Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik) sowie in der Alfred Ehrhardt Stiftung in Berlin tätig. Ihre Masterarbeit verfasste sie 2014 über Strategien kunsthistorischen Arbeitens am Beispiel der Abbildungssammlung Wilhelm Fraengers. Bis 2015 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Alfred Ehrhardt Stiftung, wo sie das historische Fotografie-Archiv betreute. Im Rahmen des Projektes „Foto-Objekte“ ko-organisierte sie im Februar 2017 das internationale Symposium „Photo-Objects. On the Materiality of Photographs and Photo-Archives in the Humanities and Sciences“ am Kunsthistorischen Institut in Florenz.

 

Arbeitsschwerpunkte

  • Archive und Sammlungen
  • Geschichte der Fotografie
  • Geschichte und Theorie der Kunstgeschichte/Geisteswissenschaften
  • Internationaler Kunsthandel um 1900

 

Forschungsprojekt

Foto-Itinerare: Die Galleria Sangiorgi in Rom. Eine Fallstudie zu fotografischen Praktiken im Kunsthandel des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (Arbeitstitel)

Das Dissertationsprojekt untersucht die Fotografien der Galleria Sangiorgi in Rom in der Photothek des Kunsthistorischen Instituts in Florenz – Max-Planck-Institut mit einem Schwerpunkt auf der Sektion "Kunstgewerbe". Aufgrund ihrer bemerkenswert komplexen Materialität und visuellen Aussagekraft eröffnen diese Fotografien ein transtemporales Netzwerk verschiedener Akteure, zu denen auch sie selbst als historisch geformte und mobile "Foto-Objekte" zählen.
Die Galleria Sangiorgi wurde 1892 von dem italienischen Unternehmer Giuseppe Sangiorgi (1850–1928) im Palazzo Borghese in Rom gegründet und avancierte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem der weltweit größten und erfolgreichsten Verkaufs- und Auktionshäuser. Heute ist sie unter Historikern und Kunsthistorikern jedoch nahezu in Vergessenheit geraten. Wie viele seiner Zeitgenossen führte auch Sangiorgi eine Werkstatt, in der die Antiquitäten aus seiner Sammlung zum Weiterverkauf reproduziert wurden. Als Ansichtsexemplare, Kommunikationsmittel und "Vorbilder" zirkulierten die Fotografien zwischen Sammlern, Kunsthändlern, Künstlern und Fotografen innerhalb und außerhalb der Galerie und ihren Vertretungen in New York, Paris und London. Auf teilweise noch unbekannten Wegen gelangten sie mit der Zeit in verschiedene Archive. So besitzen auch die Fondazione Zeri in Bologna und das Archivio Centrale dello Stato in Rom zahlreiche Fotografien und Zeichnungen der Galleria Sangiorgi, die im Rahmen des Projektes ebenfalls untersucht werden sollen. Das Florentiner Foto-Archiv bildet eine weitere von vielen (Wissens-) Schichten in der Sedimentation dieser Dokumente, die hier im Kontext einer kunsthistorischen Abbildungssammlung neue Bedeutungszuschreibungen erfahren haben.
Die Arbeit wird unter anderem die Familien- und Unternehmensgeschichte rekonstruieren sowie Praktiken des Kunsthandels um 1900 in den Blick nehmen. Dazu werden Archive in Italien, Frankreich, den USA, England und Deutschland konsultiert sowie eine Reihe von Interviews geführt. Vor allem aber soll anhand dieser Fallstudie gezeigt werden, wie viel epistemologisches Potenzial Fotografien besitzen, wenn sie nicht nur als Bilder verstanden, sondern auch als materielle und "dreidimensionale" Objekte mit einer eigenen Biografie ernst genommen werden.

Abbildung: Spiegel (1. H. 18. Jh.), Albuminpapier montiert, nicht identifizierter Fotograf (Galleria Sangiorgi, Rom), um 1900, 26 x 13,7 cm (Karton), Inv. Nr. 615786, Abt. „Kunstgewerbe“ der Photothek, Kunsthistorisches Institut in Florenz – Max-Planck-Institut.

 

Publikationen

  • „Foto-Objekte und Kunstgewerbe in der Photothek. Eine Onlineausstellung des Kunsthistorischen Instituts in Florenz“, Konzept: Julia Bärnighausen und Almut Goldhahn, http://photothek.khi.fi.it/documents/ oau/00000284.  
  • „Zur Materialität und Mobilität von Fotografien und Foto-Archiven“, in: Urbane Künste Ruhr, Heft 1/2016 (Mobilität), S. 44­–47.
  • Mit Stefanie Klamm, Franka Schneider, Petra Wodtke: Into the Archive: On the Materiality of Photographs. An Online Exhibition of the Kunsthistorisches Institut in Florenz, http://photothek.khi.fi.it/documents/oau/00000303.
  • Mit Stefanie Klamm, Franka Schneider, Petra Wodtke: Die Materialität des Punktum. Zum Potential ko-laborativer Objekt- und Sammlungsanalysen in Foto-Archiven, in: Eine Fotografie. Über die transdisziplinären Möglichkeiten der Bildforschung, hrsg. v. Irene Ziehe und Ulrich Hägele, Berlin 2017 (im Druck).